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Amateure
22.05.2017 / 12:51

4:4-Torspektakel gegen Hartberg

Gantschnig, Gösweiner und Schmid treffen | Werbung für die Regionalliga Mitte

Zum Abschluss der 27. Runde in der Regionalliga Mitte standen sich die Amateure des SK Puntigamer Sturm Graz und der TSV Hartberg im steirischen Derby gegenüber – vor allem für die Hölzl-Truppe ein entscheidungsträchtiges Spiel. Nach dem Lafnitz-Dreier am Freitag war der Vorsprung der Hartberger auf einen mickrigen Punkt geschrumpft. Ein Dreier war also eigentlich Pflicht, um den souveränen Abstand von 4 Punkten wiederherzustellen. Doch Hartberg hatte die Rechnung ohne die eigene Defensive gemacht. In einem verrückten Spiel voller Abwehrpatzer trennten sich beide Teams am Ende mit 4:4! Matchwinner war Jürgen Heil, der mit dem Schlusspfiff den Ausgleich für Hartberg erzielte. Beide Mannschaften offenbarten eklatante Abwehrschwächen und luden die gegnerische Offensive mehrmals zum Tore schießen ein. Der TSV Hartberg rangiert nach diesem Remis nur mehr zwei Punkte vor Verfolger Lafnitz, die Junggrazer wiederum werden es schwer haben, noch einen einstelligen Tabellenplatz zu erreichen. 

Hartberg verschläft Anfangsviertelstunde – und schlägt kurz vor der Pause zurück

Die erste Halbzeit hatte allerhand zu bieten. Speziell die Anfangsviertelstunde stand im Zeichen einer konfusen Hartberger Defensivleistung. Die Partie begann mit einem Paukenschlag. Der Tabellenführer aus Hartberg war gedanklich wohl noch in der Kabine, da stand es nach 6 Minuten bereits 1:0 für die Schwarz-Weißen: Eine Ecke konnte Marco Gantschnig per Kopfball über die Linie befördern. Wer jetzt eine Reaktion des TSV Hartberg erwartete, wartete vergeblich. Im Gegenteil: Nach 15 Minuten konnten die Grazer sogar nachlegen und durch Thomas Gösweiner auf 2:0 erhöhen: Eine Flanke verteidigte die Hartberger Defensive schlecht. Nutznießer war Gösweiner, der den Ball mit dem Kopf in die Maschen beförderte. Mitte der ersten Halbzeit erwachte der TSV Hartberg langsam aus seiner Lethargie. Die Kombinationen wurden jetzt wesentlich sicherer und die Aktionen gefährlicher und zielgerichteter. Konsequenterweise fiel dann auch der 2:1-Anschlusstreffer: Das Chaos im Grazer Strafraum konnte Stefan Gölles ausnutzen und den Ball irgendwie hinter die Linie drücken (40.). Spätestens jetzt war der Tabellenführer hellwach und drückte auf den Ausgleich. Und dieser fiel keine 3 Minuten später. Nach einem Foulspiel von Bevab an Gremsl entschied Schiedsrichter Bernd Eigler zurecht auf Strafstoß für Hartberg – Kapitän Siegfried Rasswalder ließ sich diese Gelegenheit nicht nehmen und verwandelte zum 2:2-Ausgleich (44.). Wenige Sekunden später pfiff Eigler zum Pausentee.

Die Hartberger Defensive verteilt Geschenke – Jürgen Heil rettet dem Leader spät einen Punkt

Die zweite Hälfte begann nicht ganz so stürmisch wie die ersten 45 Minuten in Graz. Beide Teams waren zunächst darauf bedacht, jegliche Gefahr vom eigenen Strafraum fernzuhalten. Doch das ging für den TSV Hartberg nicht lange gut: Einen katastrophalen Ballverlust der Hartberger in der Vorwärtsbewegung konnte Romano Schmid abfangen und den 3:2-Führungstreffer für die Heimischen markieren (59.). Die Hartberger brauchten nicht lange, um auf diesen erneuten Rückschlag eindrucksvoll zu reagieren. Keine 5 Minuten später traf Stefan Gölles mit seinem zweiten Treffer zum 3:3-Ausgleich (66.) – der Verteidiger kam nach einem Freistoß im Strafraum-Getümmel irgendwie an den Ball und bugsierte das Spielgerät an Christopher Giulani vorbei ins Tor. Und der Wahnsinn ging weiter. Wiederum keine 5 Minuten später, gingen die Grazer zum dritten Mal in Front: Wieder war es Romano Schmid, der den nächsten Hartberger Abwehrbock ausnutzte und zum 4:3 für die Gastgeber einnetzte (71.): Einen zu kurzen Pass auf Goalie Swete konnte dieser nicht richtig klären. Profiteur war wieder Schmid, der mit seinem zweiten Treffer die Heimischen wieder auf die Siegerstraße brachte. In der Folge hatten die Grazer zwei Mal die Möglichkeit den Deckel zuzumachen, doch beide Chancen wurden vergeben. Und dies rächte sich: Quasi mit dem Schlusspfiff setzten die Gäste diesem verrückten Spielverlauf dann die Krone auf. Jürgen Heil traf in der 88. Minuten mit einem Weitschuss aus rund 20 Metern zum vielumjubelten 4:4-Ausgleich. Unter dem Strich war dieses Spiel Werbung für die Regionalliga Mitte. Beide Teams spielten offensiv, vergaßen aber das Augenmerk auf die Defensive zu legen.

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