Multimedia - 24.07.2017, 17:29

Leseproben

Geballte Kraft (Leseprobe)

Ab durch die Mitte. Durch neue Spielerpersönlichkeiten ist das Mittelfeld der Schwarz-Weißen flexibler, dynamischer und unberechenbarer geworden. Und: Warum der Begriff „Kampfmannschaft“ inzwischen ziemlich zutreffend ist.

Der 3:2-Sieg im Auftaktspiel dieser Saison gegen St. Pölten hat Kräfte frei gemacht. Wenn ein 2:0-Rückstand derart furios noch in einen Sieg verwandelt wird, dann stärkt dies das Selbstvertrauen und gibt für die kommenden Spiele zusätzliche Sicherheit auf dem Platz. Der Zittersieg in der Nachspielzeit weckte auch unter den Fans Euphorie, konnte man doch viel Positives in der neu formierten Sturm-Elf erkennen. Besonders augenfällig: das neue Mittelfeld. Neue Taktik, neue Kicker. Kein Platz mehr für Spielertypen, die sich im Bestreben, selbst zu glänzen und sich in die Auslage zu stellen, verdribbeln. Stattdessen: Einsatzfreudige Fighter, die dicht am Mann stehen, ständig auf Balleroberung lauern, ihre Mitspieler suchen und trotz aller Kampfkraft auch spielerisch zu überzeugen wissen.

Auch im Vorjahr blickte Fußball-Österreich nach einem Viertel der Meisterschaft nach Graz. Insbesondere der Neuzugang Uroš Matić geigte in den heimischen Stadien auf und ließ mit seiner brillanten Technik und der Fähigkeit, ein Spiel zu lesen, Fußballfeinschmecker mit der Zunge schnalzen. Mit Matić setzten auch dessen Kollegen zu einem wahren Höhenflug an, der aber – nach der Winterpause und dem Abgang des serbisch-mazedonischen Spielers zum dänischen Erstligisten FC Kopenhagen – abrupt abriss. Das Kickorchester hatte seinen Primgeiger verloren. Und damit auch das Selbstvertrauen. Heuer scheint dies anders zu sein: Statt eines genialen Regisseurs gibt bei Sturm ein vielseitiges Kollektiv den Ton an. Eines, das viel schwerer auszurechnen ist, das – je nach Zusammensetzung, Positionierung und Aufgabenstellung – unterschiedlichste Vorzüge ausspielen kann. Das Motto lautet: Ab durch die Mitte.

Mit der Kraft der Mitte zum Erfolg. Trainer Franco Foda kann mit den Spielern James Jeggo, Sandi Lovric, Peter Zulj, Philipp Huspek, Stefan Hierländer und Thorsten Röcher aus dem Vollen schöpfen und hat zudem mit dem von Verletzungspech verfolgten Trio Oliver Filip, Marc Andre Schmerböck und Martin Ovenstad zusätzliche Alternativen. Egal ob 4-4-2, 3-5-1 oder eine andere Variante – im Auswärtsspiel gegen St. Pölten kam ja beispielsweise ein flexibles Rautenmittelfeld erfolgreich zum Einsatz. Bisweilen mischt auch Marvin Potzmann in der Mitte mit, oder Deni Alar lässt sich zurückfallen. Alles ist in Bewegung. Das Mittelfeld ist wieder zum Herzstück der Schwarz-Weißen geworden und braucht österreichweit keine Vergleiche zu scheuen. Was auch Geschäftsführer Sport Günter Kreissl positiv registriert: „Wir sind heuer als Mannschaft stärker als im Vorjahr, die Last im Zentrum ist auf mehrere Schultern verteilt, und das ist gut so.“ Einer, der schon im Vorjahr dabei war, heuer aber kontinuierlich seine Klasse zeigt, ist der 26-jährige Stefan Hierländer. Ein eher unauffälliger, extrem mannschaftsdienlicher Spieler, der große Laufwege auf sich nimmt und jederzeit in der Lage ist, den entscheidenden Pass zu spielen.

 

Stefan Hierländer, die Mannschaft tritt heuer taktisch sehr flexibel auf und Sie spielen dabei eine sehr wichtige Rolle. Wurden Sie darauf speziell vorbereitet oder haben Sie das einfach drauf?

Ich habe in meiner Karriere schon viele Stationen durchlaufen, wo man – wie in Salzburg oder Leipzig – alle Positionen spielen können muss, von daher muss ich mich da jetzt nicht großartig um- oder einstellen. Die Trainer wissen das und deshalb tue ich mir sehr leicht, die verschiedenen Positionen zu spielen, wobei ich sie natürlich auch auf meine Art und Weise interpretiere. Während des Spiels muss gar nicht viel gesprochen werden. Wenn jetzt jemand ausgewechselt wird, geht das fast automatisch, dass ich dann die Position übernehme, die gerade frei wird.

Von außen schaut das meist sehr flüssig und flexibel aus…

Ja, wir haben viele Spieler, die flexibel agieren können, und wir haben uns im Sommer viele taktische Varianten erarbeitet. Das geht natürlich nur mit dem entsprechenden Spielermaterial.

Was geschah da im Sommer?

Es wurde mannschaftstaktisch trainiert. In Testspielen, Videoanalysen und auch im Training elf gegen elf werden unterschiedliche Formationen eingeübt. Vor allem defensiv können wir sehr unberechenbar spielen – es gibt keine Formel für unser Defensivspiel, das haben wir uns gut erarbeitet.

Den ganzen Beitrag mit Statements von Stefan Hierländer, Philipp Peter Zulj und Philipp Huspek lesen Sie im neuen SturmEcho #350.