Multimedia - 24.07.2017, 17:29

Leseproben

STURMECHO 353: Günter Kreissl

 

Das neue SturmEcho porträtiert mit Geschäftsführer Sport Günter Kreissl einen der Protagonisten der schwarz-weißen Erfolgsgeschichte, lässt den Triumph im Cup nochmal Revue passieren und wirft einen Blick auf die bevorstehende Champions League-Qualifikation.

 

Der Vater des Erfolgs. Viele Personen haben Anteil an der sportlich so zufriedenstellenden Entwicklung mit dem Cupsieg als bisherigen Höhepunkt. Einer, der aber besonders hervorsticht, ist Geschäftsführer Sport Günter Kreissl. Grund genug, den gebürtigen Wiener zu einem ausführlichen Interview zu laden, in dem Kreissl Einblick in sein Tätigkeitsfeld, seine Vergangenheit und seine Pläne für die Zukunft gibt.

 

Es war Zeit. Zeit, für den fünften Cupsieg. An einem denkwürdigen Abend in Klagenfurt haben gut 20.000 Grazer Fans die Schwarz-Weißen zu einem historischen Triumph gegen den übermächtig scheinenden Gegner aus Salzburg gepeitscht. Wir lassen das Finale in all seiner Dramatik aus unterschiedlichen Perspektiven Revue passieren.

 

Fußball und Kapitalismus. Dass Fußball auch immer ein Spiegel der herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse ist, ist bekannt. Wie eng aber die Verbindungen zwischen Profifußball und den ökonomischen Bedingungen sind, denen die Welt des 21. Jahrhunderts gehorcht, macht der Autor Klaus Zeyringer in einem beeindruckenden Interview deutlich.

 

Talenteschmiede. Während sie in ihrer Ursprungszeit noch mit Skepsis betrachtet wurde, hat sich die vor fünf Jahren gegründete Akademie Steiermark-Sturm zu einer sehr erfolgreichen Einrichtung entwickelt. Geschäftsführer und sportlicher Leiter Dietmar Pegam zieht Bilanz.

Art Director. Manuel Scherf ist Teil jenes Teams, das für die Choreographien im Liebenauer Stadion verantwortlich ist. Im SturmEcho spricht er über die Entstehung und Umsetzung einer Choreo und gibt Einblick in das Leben von Fans, die unendlich viel Zeit für etwas aufwenden, das am Ende nur kurz zu sehen ist.

 

Denkwürdig. Was sich Stefan Hierländer und Co diesen Sommer zum Ziel gesetzt haben, hat Tomislav Kocijan mit den Schwarz-Weißen bereits erreicht – die erfolgreiche Qualifikation für die europäische Königsliga. Sturms „Mr. Champions League“ erinnert sich an die erfolgreichen Spiele gegen Hapoel Tel Aviv und Feyenoord Rotterdam.

Diese und 39 weitere Beiträge lesen Sie im neuen SturmEcho 352, das ab Freitag, 06. April 2018, im SturmShop Hans-Sachs-Gasse, an Spieltagen im SturmShop Liebenau sowie unter shop.sksturm.at erhältlich ist.

 

Inhalt

Kunstschüsse

Die Erste

Günter Kreissl: Mit jeder Faser Sturm
Problembehr (Kolumne)
An der Outlinie notiert (Kolumne)
Es war Zeit: Cupsieger!
Heiko Vogel im Interview
Lukas Spendlhofer im Porträt
Autor Klaus Zeyringer im Interview
Quartalsbericht: Q4 2017/18
Saisonbericht 2017/18
Seitenwechsel (Kolumne)
Liga: Start in eine neue Ära 

Sportklub Sturm

Vorstandsetage (Kolumne)
Sponsor-Lounge: BGD     

Sturm & Drang

Damen-Coach Christian Lang im Interview
Fünf Jahre Akademie Steiermark-Sturm

Fankurve

Wir sind Sturm!: Manuel Scherf                    
Schwarzmarkt    
Kurvendiskussion (Kolumne)

Rückspiel

Das magische Dreieck: Aderlass
Tomislav Kocijan im Protokoll      
Schwarz-weiße Familienchronik
Schlusspfiff: Stars and Stripes

Mit jeder Faser Sturm (Leseprobe)

Günter Kreissl ist eine der Säulen des Erfolgslaufes von Sturm. Seit der Wiener beim Klub ist, hat sich vieles zum Positiven gewandelt. Warum ihm der Cupsieg auch nachträglich Gänsehaut bereitet, wie er den Weg zum Fußball fand, und wieso er trotz einiger Spielerabgänge keinen Grund für Pessimismus sieht.

Es pumpert auf der Pressetribüne. Eine Faust landet auf dem Arbeitstisch für Journalisten in der Merkur Arena. Eben hat einer der schwarz-weißen Stürmer eine sogenannte hundertprozentige Torchance nicht verwerten können. Während viele Fans dem nicht zustande gekommenen Treffer noch nachtrauern, macht sich einer eifrig handschriftliche Notizen. Da lebt einer mit auf der Pressetribüne. Lebt, fiebert und bebt. Verfolgt die Spiele mit Herzblut. Immer wieder reißt es ihn vom Sitz, auch weil er heikle Spielszenen gewissenhaft auf dem TV-Monitor in Zeitlupe überprüft. Beim Torjubel ballt er die Faust und klatscht mit Leuten in seiner Umgebung ab. Emotion pur inmitten der um Sachlichkeit und Objektivität bemühten Journalistenriege. Ein schwarzes Schaf der Medienzunft? Mitnichten. Günter Kreissl, Sturms Geschäftsführer Sport, verfolgt die Spiele nicht vom VIP-Club oder der Betreuerbank aus, sondern von der Pressetribüne. 

Günter Kreissl. Ein Wiener in der Uhrturmstadt. Einer, der so agiert, so spricht, so denkt, so handelt, als wäre er immer schon ein Schwarz-Weißer gewesen. Einer, der seine Jobs als Sportdirektor und Cheftrainer beim Bundesligisten Wiener Neustadt an den Nagel gehängt hat, um den sportlich auf der Stelle tretenden und emotional in einer Talsohle befindlichen SK Sturm wieder aufzubauen. Dorthin zu bringen, wo ihn die Fans gerne sehen: Vom blassen Mittelständler zu einem Klub, der nicht nur um die Meisterschaft mitspielen und Titel gewinnen sondern auch unter den Fans ein Feuer entfachen kann. Dass Günter Kreissl seinen Dienst an einem 1. Mai, also dem Gründungstag des Vereins, angetreten hat, mag Zufall sein. Dass der 44-jährige Ex-Fußballtorhüter das Angebot von Präsident Christian Jauk angenommen hat, ist ein Glücksfall. In nur zwei Jahren hat Günter Kreissl dem Verein wieder Leben eingehaucht, seine Handschrift ist deutlich spürbar und wird von externen Fachleuten wie auch in der eigenen Fanszene goutiert. Bestes Beispiel sind „Günter-Kreissl“-Sprechchöre (mit einem langgezogenem „Ü“) aus der Nordkurve und von den Rängen. Ein absolutes Novum für einen sportlichen Leiter bei Sturm Graz.

Eine fußballromantische Ader

„Ich habe als Person verschiedene Facetten, es gibt auch eine fußballromantische Ader in mir. Die positive Energie hat mich bei Sturm immer fasziniert und elektrisiert. Wenn es bei Sturm rennt, geht die Post ab.“ So fasste Günter Kreissl anlässlich seiner Bestellung im Jahr 2016 die Situation zusammen. Vielleicht ist es gerade der Aspekt der Fußballromantik, der in Zeiten eines im Betriebssystem Fußball wild wuchernden Kommerzes von vielen Fans als wohltuende Alternative betrachtet wird. Sturm Graz im Sinne des Asterix’schen Kosmos als eine Art gallisches Dorf. Allein gegen die Übermacht und dennoch Erfolg haben. Spätestens in der abgelaufenen Saison hat Kreissl Sturm ordentlich zum Rennen gebracht, nicht nur beim Cupfinale in Klagenfurt ist die Post abgegangen. Und wie! Auf- und abseits des grünen Rasens. Ein Transparent in der Kurve „Günter, du bist ein Segen für den Verein – Du sollst für immer a Schwoaza sein!!!“ würdigte hymnisch die Leistungen des 44-Jährigen und dokumentierte, welchen Stand Kreissl nach nur zwei Jahren bei den Fans hat.

Rückblende: Der jugendliche Günter und sein um acht Jahre älterer Bruder träumen von einer Fußballkarriere. In der im vierten Stock gelegenen Wiener Wohnung wird viel Fußball gespielt, beim „Einschießen“ geht zum Leidwesen der kaum fußballinteressierten Eltern so manche Vase zu Bruch. Als Günter vor der Entscheidung steht, beim Landstraßer AC oder bei der Wiener Austria sein Glück zu versuchen, mischte sich seine Großmutter mit einem letztlich überzeugenden Argument ein: „Wenn Du nicht zur Austria gehst, bist du ein Feigling!“ Omas Argument überzeugte. Bei den Violetten vollzog sich bereits nach wenigen Tagen bei der Jugendmannschaft Schicksalhaftes. Der Torhüter wurde krank und der Trainer rief in die Runde: „Wer von Euch kann sich mal ins Tor stellen?“ Es kam wie es kommen musste: „Ich sagte ja und habe das Tor nie wieder verlassen.“

Das  gesamte Porträt von Günter Kreissl lesen Sie im neuen SturmEcho 353.