Multimedia - 24.07.2017, 17:29

Leseproben

STURMECHO 355: 110 Jahre Sturm

Eine Zeitreise von der Vergangenheit in die Zukunft: Das neue SturmEcho, das am Cover die Wappen verschiedener Klubepochen zeigt, blickt detailreich auf die Anfänge der 110-jährigen Vereinsgeschichte zurück und hat sich unter anderem mit Präsident Christian Jauk und Cheftrainer Roman Mählich unterhalten.

Geschichte. 110 Jahre Leidenschaft, 110 Jahre Emotion, 110 Jahre SK Sturm. Im ersten Teil der großen Serie zum Vereinsjubiläum schaut das SturmEcho auf die Zeit von der Gründung im Jahr 1909 bis hin zum Jahr 1949 zurück. Abgerundet wird die Titelstory mit einem Stadtplan, der sämtliche Vereinsgründer auflistet und ihre Wohnorte rund um den Augarten zeigt.

Vom Damals ins Jetzt. Das Jubiläumsjahr steht an, die Freude darauf ist natürlich auch bei Sturm-Präsident Christian Jauk groß. Im Gespräch mit dem SturmEcho träumt er von einer Rückkehr in die historische Gruabn und erzählt, was er unter den Kernwerten des Vereins versteht.

Erfolgreich in der Gegenwart. Roman Mählich kehrte im November des vergangenen Jahres als neuer Cheftrainer des SK Sturm zurück nach Graz. Und das mit Erfolg! Im Interview spricht der 47-Jährige über seine Philosophie, Spieler, Social Media und Herbert Prohaska.

Zukunft.Mit den Special Blackies hat die neu gegründete Mannschaft des SK Sturm eine glorreiche Zukunft vor sich. Mit seinem Special-Needs-Team setzen die Grazer ein starkes Zeichen für Inklusion – eine Story über schwarz-weiße Leidenschaft.

Ein Blick nach vorne und zurück. Bald wird die Bundesliga in zwei Hälften geteilt – und das nicht zum ersten Mal. Wie hat sich Sturm Graz in früheren Spielzeiten, die im Play-off-Modus ausgetragen wurden, geschlagen? Ein Überblick.

Diese und 40 weitere Beiträge lesen Sie im neuen SturmEcho 355, das in den SturmShops sowie unter shop.sksturm.at erhältlich ist.

Abos und Infos: www.sksturm.at

Inhalt

Kunstschüsse

Die Erste
Roman Mählich im Interview
Problembehr (Kolumne)
Anastasios Avlonitis im Porträt 

Sportklub Sturm
110 Jahre Sturm
Die Gründer und ihre Wohnorte
An der Outlinie notiert (Kolumne)
Christian Jauk im Interview
Veranstaltungen im Jubiläumsjahr
Vorstandsetage (Kolumne)
Sponsor-Lounge: SiS

Sturm & Drang
Seitenwechsel (Kolumne)   
Special Blackies: Sturms jüngstes Team
Frauenfußball: Mario Karner im Interview

Fankurve
Wir sind Sturm!: Patrick Weißenbacher
Kurvendiskussion (Kolumne)
Schwarzmarkt 

Rückspiel
Herwig Brandstetter im Protokoll
Das magische Dreieck: Play on / Play off
Schwarz-weiße Familienchronik
Schlusspfiff: Roman Mählich

(c) Foto Fischer

110 Jahre Sturm – Die Geschichte eines Grazer Fussballklubs (Leseprobe)

Es war der Prager Medizinstudent August Wagner, der 1894 den Fußballsport nach Graz brachte. Um die Jahrhundertwende wird das Spiel unter Jugendlichen immer populärer, zahlreiche „wilde“ Mannschaften entstehen. Meist sind es Schüler und Studenten, die dem Ball nachjagen. Angesichts der damals üblichen 60-Stunden-Woche haben Arbeiter und Angestellte kaum die nötige Muße für Sport. Der mit der Einfriedung des Grazbaches Ende des 19. Jahrhunderts neu entstandene Grazer Augarten ist aber dennoch ein Eldorado für die Buben des Jakominiviertels. Mit dem „Fetzenlaberl“ rennen sie den aufgestellten Torpfosten – oft sind es nur Schultaschen – entgegen. Ein Krösus, der einen Lederball besitzt. Der charismatische Schüler Fritz Longin, 15 Jahre jung, lebt mit seiner Mutter und seinem älteren Bruder Arthur, einem Ingenieur der Maschinenfabrik Andritz, in der dem Augarten benachbarten Leitnergasse. Nach dem frühen Tod des Vaters waren die Longins von Leoben nach Graz gesiedelt. Fritzens Lederball entfaltet eine magische Wirkung. Karl Assmann, Franz Wassola, Hans und Albert Kämmerer, Franz und Richard Ott, Hugo Weiß und Co – alles Schüler und Lehrlinge – sammeln sich um ihn. Bald schließen sich auch die direkt am Augarten in der Neuholdaugasse wohnenden Schönbacher-Brüder – Hans, Franz, Leopold, Karl und Gabriel – den Burschen an. Das kleine Vorstadthäuschen von Vater und Mutter Schönbacher wird zum Refugium, wo die Wäsche gewaschen, der Kaffee gekocht und Jausenbrote gestrichen werden.

Die Klubgründung

Im April 1909 gastiert in Graz die Mannschaft von Sturm Prag. Vom Namen der Prager inspiriert gründen Assmann, Longin und Co am 1. Mai 1909 im Gasthaus Schafzahl in der Pestalozzigasse 67 die Fußballmannschaft Sturm. Als Vereinsfarben wählen die Gründer – wie damals bei vielen Sport- und Turnvereinen üblich – Schwarz und Weiß. Die erste Mannschaft setzt sich 1909 und 1910 aus folgenden Spielern zusammen: Wassola; Weigl, Fritzl; Pasch, Probst, Longin; Franz Schönbacher, Weiß, Gabriel Schönbacher, Assmann, Kämmerer. Die Jugendlichen haben väterliche Betreuer: der schon genannte ältere Bruder von Fritz Longin, Arthur Longin, Vater, Mutter und ältere Brüder Schönbacher, der Postbeamte Anton Haar, Bürgerschullehrer August Probst, der Bankbeamte Rudolf Jäger, der auch begeisterter Schiedsrichter ist, und vor allem der Philosophie-Student Arnold Schmidt, der von der bereits als Verein bestehenden Grazer Sportvereinigung GSV zu Sturm kommt. Am 2. Juli 1911 wird im Hotel „Goldene Birne“, dem heutigen Parkhotel, der Deutsch-Alpenländische Fußballverband gegründet. Dieser ordnet an, dass alle Fußballmannschaften offizielle Vereine sein müssen. Also verschriftlicht Arnold Schmidt, angelehnt an die Statuten der Grazer Sportvereinigung, die Sturm-Vereinsstatuten. Am 31. März 1912 findet in der „Goldenen Birne“ die Gründungsversammlung des nunmehrigen „Fußballklubs“ Sturm Graz statt. Erster Obmann ist Arthur Longin, sein Stellvertreter ist Rudolf Jäger. Kuriosität am Rande: Mit Mai 1912 ändert das „Internationale Fußball Board“ die Tormann-

Regel: „Die Torwächter dürfen die Hände nur mehr innerhalb des Strafraumes und nicht in der gesamten eigenen Spielhälfte gebrauchen.“

Vom Augarten in die Trabrennbahn

Sturm trägt seit 1910 Trainings und Spiele nicht mehr im Augarten, sondern am Sportplatz Fröhlichgasse aus. Die guten Beziehungen zu GSV-Obmann Anton Blaschek ermöglichen Sturm die Hauptmiete bei der Grazer Sportvereinigung. Deren Platz liegt innerhalb der großen Trabrennbahn beim Messegelände mit dem Eingang in der Fröhlichgasse. Auch die Tribünen dürfen genützt werden. 1913 tritt Sturm mit der Aufstellung Schwarzbier; Gabriel Schönbacher, Longin; Assmann, Weigl, Fasching; Franz Schönbacher, Winter, Weiß, Neuherz, Kämmerer zur Eröffnung des Platzes am Grazer Bahnhofgürtel gegen Rapid Graz an – ein Großereignis, Sturm siegt mit 3:1. 1913 kommt es auch zum ersten „Transfer“ von Sturm zum GAK: Die Brüder Pasch und „Fritzl“ Friedrich wechseln, Sturm macht aber von seinem Recht Gebrauch und sperrt die Spieler für sechs Monate

Den gesamten Beitrag lesen Sie im neuen SturmEcho 355.