Multimedia - 24.07.2017, 17:29

Leseproben

STURMECHO 356: DIE EISERNEN

Das neue SturmEcho deckt die gesamte schwarz-weiße Bandbreite ab. In der Coverstory werden die Eisernen Franz Reiter, Mandi Steiner und Walter Fuchs portraitiert. Ebenso ausführlich im Blickpunkt stehen Sturms neuer Coach Nestor El Maestro und Stefan Hierländer sowie das Buch „Mythos Gruabn“.

Die Eisernen.Sie waren Männer fürs Grobe, sind Sturms härteste Legenden und zieren das Titelblatt des 356. SturmEchos: Franz Reiter, Mandi Steiner und Walter Fuchs. Die Coverstory räumt den drei Schwarz-Weißen den Platz ein, den sie sich verdient haben – gespickt mit spannenden Portraits über die Eisernen.

Das Papierene.Die drei Herren fanden sich auch in der Ausstellung „Die Gruabn. Das Herz von Sturm“ im GrazMuseum wieder. Ebenso aber auch in der hochinteressanten Publikation „Mythos Gruabn“. Das SturmEcho hat einen Blick ins Museum geworfen und in das Buch, das anlässlich des 100-jährigen Jubliäums der Kultstätte das Herz aller Schwarz-Weißen genau unter die Lupe genommen hat.

Der Neue. Nestor El Maestro ist seit Mitte Juni Sturms neuer Cheftrainer. Wie sieht seine Idee vom Fußball aus? Was hat er aus seiner Vergangenheit mitgenommen? Die Antworten gibt das erste El Maestro-Portrait im SturmEcho überhaupt.

Der Kapitän. Stefan Hierländer – nach seiner OP am Weg zurück – spricht im Interview sowohl über die abgelaufene als auch die bevorstehende Saison und warum er als leidenschaftlicher Fischer nicht gerne auf Sozialen Medien nach Gefällt-Mir-Angaben angelt.

Der Wahl-Niederländer.Einst trainierte er die Jugend des SK Sturm, heute die von Ajax Amsterdam: Daniel Zenkovic. Im SturmEcho erzählt er von den Parallelen und Unterschieden zwischen seinem früheren und heutigen Arbeitgeber.

Diese und 38 weitere Beiträge lesen Sie im neuen SturmEcho 356, das in den SturmShops sowie unter shop.sksturm.at erhältlich ist.

INHALT

Kunstschüsse

Die Erste
Stefan Hierländer im Interview 
Problembehr (Kolumne)
Analyse: Roman Mählich
Nestor El Maestro im Porträt
An der Outlinie notiert (Kolumne)

Sportklub Sturm
Die Gruabn: Ausstellung und Buch
Vorstandsetage (Kolumne)
Sponsor-Lounge: Schuster Schalk

Sturm & Drang
Frauen: Anna Carina Kristler im Interview
Jugend: Von Graz nach Amsterdam

Fankurve
Wir sind Sturm!: Marco Bader
Kurvendiskussion (Kolumne)
Schwarzmarkt

Rückspiel
Männer fürs Grobe
Seitenwechsel (Kolumne)
Das magische Dreieck: Allein zu Haus
Serie: 110 Jahre Sturm
Schwarz-weiße Familienchronik
Schlusspfiff: Feiern und Radeln

(c) Foto Fischer

MÄNNER FÜRS GROBE

Sie waren von den Gegnern gefürchtet und wurden vom eigenen Anhang verehrt. Sie schonten weder andere, noch sich selbst. Ihre Kernkompetenz hieß: Tackling. Mit mehr oder weniger fairen Mitteln. Mit ihrer Einsatzfreude verkörperten sie den legendären Sturm-Geist. Franz Reiter, Mandi Steiner, Walter Fuchs – drei echt harte Burschen.

Die Lautstärke des Beifalls ist ein Indikator für die Präferenz des Publikums: Ein Kicker, der knallhart in einen Zweikampf geht und diesen auch noch gewinnt, wird üblicherweise von den Sturm-Fans mit mehr Beifall bedacht, als einer, der mit einem raffinierten Ferserltrick seinen Gegenspieler übertölpelt. Keine Frage: Die Sturm-Fans mögen es, wenn es auf dem grünen Rasen heftig-deftig zugeht. Wenn die eigenen Spieler rassig grätschen, den Körperkontakt suchen, rempeln, kratzen, beißen. Auch ist es der Beliebtheit eines Schwarz-Weißen nicht unbedingt abträglich, wenn er sich durch Foulspiel auf dem Feld Respekt zu schaffen versucht. Insbesondere gegen stärker eingestufte Gegner. Ein Blick zurück in die 110-jährige Geschichte von Sturm Graz belegt: Sie werden vom Publikum ins Herz geschlossen – die Männer fürs Grobe.

Eisenfuß und Rammbock

Hart, härter, Sturm: Für Spieler, die dieser Devise folgen, wurde sogar ein eigener Spitzname kreiert: Eisenfuß. Das impliziert gleich mehrere Dinge: Im Spiel ein Rammbock zu sein, einer, an dem man als Gegenspieler nicht vorbeizukommen pflegt, ein Staubsauger, der darauf bedacht ist, dem Gegner den Ball möglichst schnell abzunehmen, ein Spieler also, der geübt ist, im Fall des Falles die Notbremse zu ziehen und dadurch anderen die Schneid abzukaufen. Franz Reiter, Mandi (Manfred) Steiner und Walter Fuchs waren solche Spieler. Dieses Trio hat sich mit dem Ruf, echt harte Burschen zu sein, in die Annalen der Klubgeschichte eingeschrieben. Gewächse aus der Gruabn, wo bekanntlich raue Sitten geherrscht haben. Wer sie je auf dem Feld spielen sah, muss unwillkürlich an ein geflügeltes Wort denken: „Steirerblut ist kein Himbeersaft.“

„Ich bin der letzte Augartenkicker gewesen“, sagt Franz Reiter mit hörbarem Stolz in seiner Stimme. Nach Lehrjahren in der Sturm-Jugend hat er 1960 sein erstes Spiel für die Erste Mannschaft der Schwarz-Weißen bestritten: Ein Cup-Spiel gegen Voest Linz. Es ging auswärts zwar 5:6 nach Verlängerung verloren, aber für Reiter, der damals Stopper gespielt hat, war es dennoch ein denkwürdiges Ereignis. Stopper? Wie bitte? Wie erklärt man einem jugendlichen Fußballfan heute diese Position? „Stopper war eine Art Ausputzer, später war das dann der Libero, der letzte Mann, er hatte keinen direkten Gegenspieler.“ Zu dieser Zeit konnten die Mannschaften während des Spiels noch keine Spieler austauschen, erst ab 1967 gab es die FIFA-Regel, einen Feldspieler pro Mannschaft ersetzen zu können. „Wennst also einen verletzt hast, waren die anderen nur zehn Mann, das war dann nicht schlecht für uns. Ich bin manchmal ganz schön reingefahren ...“, sagt der „Reiter ans“ (mit Manfred Reiter gab es einst noch einen „Reiter zwa“ im Team), wie er weiland genannt wurde. Und in seinem Blick keimt ein Hauch Amüsement auf.

„Reinfahren“ seit der Jugend

Reinfahren. Entscheidet man das selbst, oder gab der Trainer dafür den Auftrag? Franz Reiter, der bis 1972 den Sturm-Dress trug, denkt nicht lange nach: „Das Reinfahren, das war von Anfang an in mir, aber später unter Trainer Gerdi Springer, da gab es schon die roten Karten, die den Ausschluss bedeuteten. Der Springer hat sinngemäß zu uns gesagt: ,Beim ersten Mal könnt’s schon ordentlich zulangen, da greift der Schiedsrichter noch nicht zur roten Karte.“ Das Reinfahren habe er schon als Jugendspieler gelernt, berichtet der 76-Jährige. Damals habe er mit seinem Kollegen Peter Senekowitsch – nicht verwandt mit dem späteren Teamchef Helmut „Seki“ Senekowitsch – eine Abmachung getroffen: „Ich habe zu ihm beim Outeinwurf gesagt, du wirfst nicht auf mich, sondern auf diesen Gegenspieler und ich renn’ ihn dann nieder und dann haben sie nur mehr zehn Leute.“ Jugendsünden eines Spielers, den sie später „der Eiserne“ nennen sollten.

Den gesamten Beitrag lesen Sie im neuen SturmEcho 356.