Multimedia - 24.07.2017, 17:29

Leseproben

STURMECHO 358: BUSINESS CLUB

Pünktlich vor Weihnachten ist das neue SturmEcho druckfrisch erhältlich. Die Coverstory der 358. Ausgabe handelt vom Wirtschaftsmotor Sturm, außerdem kommen Mittelfeld-Stratege Juan Domínguez und Amateure-Teamleiter Robert Jerovsek zu Wort.

Das Geld. Und die Wirtschaft. Eine Wertschöpfungsanalyse zeigt, was Sturm abseits vom Sportlichen für Stadt und Land leistet. Die Titelgeschichte beleuchtet gemeinsam mit Geschäftsführer Wirtschaft Thomas Tebbich Sturms Kraft als Wirtschaftsmotor.

Das Hirn. Juan Domínguez ist ein wichtiger Bestandteil von Sturms Mittelfeld. Im Interview spricht er über seine Aufeinandertreffen mit Messi und Ronaldo, die Achterbahnfahrt Profifußball und ungewöhnliche Essenszeiten.

Das Herz. „110 Jahre Sturmgeist“ feierte die Sturm-Familie im Dezember. Das SturmEcho blickt noch einmal auf einen Abend großer schwarz-weißer Momente zurück.

Der Erste. Die Zweite ist Erster. Als Herbstmeister und Winterkönig starten die SK Sturm Graz Amateure ins neue Jahr. Teamleiter Robert Jerovsek im Interview.

Die Leidenschaft. Raphael Jung ist Teil der „Black & White Rolli Crew“. Eine Story über den 27-Jährigen, die Rollstuhlfahrer-Fangemeinschaft und barrierefreie Leidenschaft.

Die Erinnerung. Sportreporter-Legende Robert Seeger blickt zurück auf seine Zeit als Berichterstatter in der Gruabn, seine erste Sturm-Übertragung und die damaligen Arbeitsbedingungen.

Abos und Infos: 0316 / 771 771

Diese und 36 weitere Beiträge lesen Sie im neuen SturmEcho 356, das in den SturmShops sowie unter shop.sksturm.at erhältlich ist.

INHALT

Kunstschüsse

Die Erste
Juan Domínguez im Interview
Problembehr (Kolumne)
Scout Andreas Schicker im Porträt

Sportklub Sturm
Wirtschaftsmotor Sturm
Vorstandsetage (Kolumne)
„110 Jahre Sturmgeist“: Die große Gala im Rückblick
Reaktionen auf „Mythos Gruabn“
Sponsor-Lounge: Technogym

Sturm & Drang
Amateure: Robert Jerovsek im Interview
Akademie: Luka Maric im Porträt

Fankurve
Wir sind Sturm!: Raphael Jung
Kurvendiskussion (Kolumne)
Schwarzmarkt

Rückspiel
Robert Seeger im Protokoll
Schwarz-weiße Familienchronik
Serie: 110 Jahre Sturm
Schlusspfiff: Schneeball

Wirtschaftsmotor Sturm (Leseprobe)

Eine Wertschöpfungsanalyse bringt ans Licht, was der Grazer Traditionsverein abseits des sportlichen Bereichs für die Stadt und das Land Steiermark leistet: Zahlreiche Arbeitsplätze werden gesichert, Millionen an Steuern bezahlt. Kurzum: Die Schwarz-Weißen „machen die Stadt lebenswerter“.

An einem Spieltag von Sturm Graz geht es auch in der Grazer Bäckerei Strohmayer rund. Zu Mittag müssen die reschen Kaisersemmerl fertig sein und werden ins Stadion geliefert. Zwei Mitarbeiterinnen des Kantineurs Kurt Grössinger übernehmen die Feinarbeit, also die Wurstbefüllung. Sind zusätzlich genügend Brezen für den zu erwartenden Ansturm da? Und wann wird das Bier geliefert? Spieltag – das ist nicht nur für die Mannschaft des Traditionsvereins eine Herausforderung. Rund 200 Personen sind allein in der Merkur Arena im Einsatz. Alle Zulieferer eingerechnet, also vom Bäcker bis zum Bierbrauer, vom Reinigungspersonal bis zur Textilfirma, sichern die Aktivitäten des SK Sturm nicht weniger als 325 Arbeitsplätze. Die Schwoazen: ein stattliches Wirtschaftsunternehmen.

Thomas Tebbich: „Sturm bewegt die Massen. Am meisten überrascht hat mich bei der Studie die Zahl der Arbeitsplätze, die mit uns verwoben sind. Wenn Sturm-Fans etwa auf dem Weg ins Stadion mit ihren Pkw tanken, profitieren natürlich auch die Bediensteten der Tankstelle. Da gibt es viele andere Beispiele mehr: Das muss man sich erst einmal vorstellen.“

Um seine wirtschaftliche Bedeutung für die Stadt Graz herauszustreichen, hat der 1909 gegründete Klub Neuland betreten und erstmals in der Steiermark eine Wertschöpfungsanalyse in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse sind beachtlich. Laut der von der Wirtschafts-Fachhochschule Campus 02 und der Wirtschaftskammer Steiermark realisierten Studie generiert Sturm eine Bruttowertschöpfung von 30 Millionen Euro pro Jahr. Und: Durch das wirtschaftliche Handeln von Sturm erhält die öffentliche Hand jährlich direkt und indirekt rund 13,5 Millionen in Form von Steuern und Abgaben. „Viele Leute denken, wir strecken immer die Hände aus und erhalten Unmengen an Fördergeldern. Wir wollen dieses Missverständnis ausräumen und mit der – übrigens vom Verein selbst finanzierten – Wertschöpfungsanalyse zeigen, was der SK Sturm für die Stadt Graz und das Land Steiermark leistet“, erklärt Sturm-Präsident Christian Jauk.

Während der Saison machen sich alle zwei Wochen im Schnitt rund 10.000 Menschen aus der ganzen Steiermark auf nach Liebenau, um Sturm Graz spielen zu sehen. Aber wer sind die Besucherinnen und Besucher, was sind ihre Motive und welche konkreten Auswirkungen hat der SK Sturm auf die regionale Wirtschaft? Die Berechnung der regionalwirtschaftlichen Effekte sei eine gute Möglichkeit gewesen, die Studierenden mit praxisnahen Themen zu beschäftigen, schildert Dr. Astrid Oberzaucher, FH-Professorin am Campus 02. Wichtig sei auch die Unabhängigkeit der Studienautoren, die die Daten bearbeiten. Wie die Berechnung funktionierte? „Daten einer bei vier Heimspielen durchgeführten Umfrage über das Konsumverhalten der Fans sind mit dem Zahlenmaterial aus dem transparenten Sturm-Geschäftsbericht verknüpft worden“, erklärt Robert Steinegger von der Wirtschaftskammer.

Thomas Tebbich: „Bei den Dauerkarten stehen wir derzeit bei 5.500. Nachdem wir letzte Saison Fünfter waren, war die Euphorie beim Abokauf logischerweise nicht so groß. Aber man muss das so sehen: Wer aus einer schlechten Saison kommt und weniger Saisonkarten verkauft, aber in der laufenden Saison gut spielt, nimmt am Ende des Tages mehr ein, weil die Besucherinnen und Besucher Tageskarten kaufen, die im Verhältnis zum Abo teurer sind. Beim Ticketing sind wir heuer stabil, derzeit liegt unser Zuschauerschnitt bei rund 10.600.“

Im Frühjahr 2019 sind in Graz-Liebenau insgesamt 347 Personen befragt worden. Demnach reist der „durchschnittliche Schwoaze“ 47,8 Kilometer zum Spiel an. Jeder konsumierende Fan investiert 29,70 Euro in Getränke und Speisen, gibt pro Spieltag 16 Euro für Merchandising-Artikel und 2,30 Euro für Sportwetten aus. Die eruierten Konsumationszahlen lassen freilich den Schluss zu, dass es bei Sturm noch „Luft nach oben“ gibt. Laut Präsident Jauk sind die Umsätze in Wien deutlich höher, was wiederum mit der Stadionsituation zu tun habe: „Im Stadionumfeld wird nicht so viel konsumiert wie an anderen Orten. Dieses Potenzial müssen wir heben.“ Konkret gehe es darum, die Verweildauer rund um das Stadion zu erhöhen. Der Verein will die Arena in Graz-Liebenau von der Stadt pachten, ein „Sturm-Stadion“ würde den Identifizierungsgrad der Fans erhöhen – man geht eben lieber in ein schwarz-weiß gebrandetes Stadion. Mit der Selbstverwaltung würden auch die Umsätze steigen, derzeit hat Sturm keine Vermarktungsrechte im Stadion, nicht einmal Schankrechte. Sturm hat angeboten, im Gegenzug die jährlichen Verluste der Stadt Graz für das Stadion für die kommenden 20 Jahre zu übernehmen. Auf exakte Zahlen aus dem Rathaus wartet Tebbich seit eineinhalb Jahren vergeblich, vermutlich sind es mehr als zehn Millionen Euro. Auch wenn die Stadt Eigentümer bleibt, bekommt Sturm das Baurecht für Skyboxen. Das Hauptproblem: Die Stadtpolitik goutiert Sturms Stadionpläne bislang nicht.

Den gesamten Beitrag lesen Sie im neuen SturmEcho 358.