Multimedia - 24.07.2017, 17:29

Leseproben

SturmEcho 359: Maskenball

Die Bundesliga steht vor ihrem Re-Start und auch das SturmEcho ist zurück.

Die Bundesliga steht vor ihrem Re-Start und auch das SturmEcho ist zurück. Und zwar mit seiner 359. Ausgabe, die natürlich ganz im Zeichen von Corona steht. Neben einem Fotoessay über den schwarz-weißen Shutdown kommen unter anderem auch Andreas Schicker und Thomas Tebbich zu Wort.

Shutdown. Leere Plätze, verschlossene Tore, zugesperrte Tribünen. Corona zwang nicht nur, aber auch den heimischen Fußball in die Knie. Dort, wo es sonst laut ist, dominiert Stille. Ein Fotoessay von Martin Behr aus Corona-Zeiten. 

Rollentausch. Andreas Schicker erklärt im SturmEcho seine Vorhaben und Ziele als neuer Geschäftsführer Sport. Ein Gespräch über die Unterschiede zu Vorgänger Günter Kreissl, die Chancen junger Spieler und die Nähe zur Mannschaft.

Herausforderung. Die Corona-Pandemie ist auch eine Wirtschaftskrise. Thomas Tebbich spricht im Interview über die Maßnahmen, die den Fortbestand des Vereins garantieren sollen und die Vorbereitungen für die Saison 2020/21.

Planlos. Die Sturm-Jugend ist bestens organisiert, derzeit aber ohne Spielplan. Der Grund: Corona. Jugendleiter Gilbert Prilasnig über die aktuellen Einschränkungen und wie der Nachwuchs dennoch in Schuss bleibt.

Krisenmodus. Corona ist nicht die erste Krise, die Sturm herausfordert. Ein Blick zurück auf fünf große, unverschuldete Krisenmomente, aus denen der Klub stets gestärkt hervorging.

Diese und 16 weitere Beiträge lesen Sie im neuen SturmEcho 359, das im SturmShop Hans-Sachs-Gasse, im Trainingszentrum Messendorf, im SturmShop Liebenau sowie unter shop.sksturm.at erhältlich ist.

Abos und Infos: 0316 / 771 771

INHALT

Bedrückende Leere, öder Beton

Die Schwoazen

Andreas Schicker im Interview
Problembehr (Kolumne)
Kreissl reloaded

Thomas Tebbich im Interview
Generalversammlung 2020
Vorstandsetage (Kolumne)
Die Treue der Sponsoren

Jugend ohne Spielplan
Kurvendiskussion (Kolumne)
Theaterderby: „Bist du GAK oder STURM?“
Schwarzmarkt

Fünf große Krisen der Klubgeschichte
Schwarz-weiße Familienchronik

Schlusspfiff: Maskenmänner

Bedrückende Leere, öder Beton (Leseprobe)

Die Corona-Krise erzwang eine Pause für den Fußball. Ein Lokalaugenschein am ersten Shutdown-Wochenende bei den verlassenen Spielstätten von Sturm Graz.

Fans lieben das Ritual. Die Wiederkehr des Immergleichen. Den Gang ins Fußballstadion beispielsweise mit all seinen lieb gewonnenen Fixpunkten, vom Treffen mit Freunden inklusive lebhafter Match-Vorbesprechung bis zur Schnellanalyse in der Straßenbahn danach und einem Abschlussbier im Innenstadtlokal. Wochenendbelebung im 14-Tage-Rhythmus, unterbrochen nur durch zwei Störfälle – die Sommer- und die viel zu lange Winterpause. „Mit dem Ritual ihrer Anwesenheit bezeugen die Fans, dass sie dem Fußball durch die Tat, durch existenziellen Einsatz huldigen, dass sie hier nicht so sehr ein Spiel betrachten wie ein Lebensprinzip feiern“, schreibt Dirk Schümer in seinem Buch „Gott ist rund – Die Kultur des Fußballs“. Recht hat er. Seit dem zweiten März-Wochenende gibt es nichts mehr zu feiern. Das Coronavirus legte das öffentliche Leben in Österreich lahm. Und ließ auch den Fußball pausieren.

Relikte von vergangenen Spielen

Sonntag, 15. März. Um 14.30 Uhr hätte Sturm Graz zum Auftakt der Meistergruppe in der Merkur Arena gegen den Wolfsberger AC gespielt. Hätte. Nach dem von der Bundesregierung verordneten Shutdown blieb Liebenau – wie auch alle anderen Sportstätten – geschlossen. Funktionslos gewordene Fußballstadien bieten ein Bild des Jammers. Die Kassen sind geschlossen und zusätzlich mit Jalousien abgedunkelt, alle Eingänge zu den Sektoren verriegelt, die mobilen Schankanlagen weggesperrt, vereinzelt finden sich noch Relikte von vergangenen Spielen: Einige wenige „SturmEcho LIVE“-Matchprogramme in den stummen Verkäufern, hier ein zerknüllter Wettschein – nein, Sturm hat gegen die Wiener Austria nicht 3:1 gewonnen –, da eine ausgedämpfte Zigarre. Die mit Sticker von Sturm-Fanklubs versehenen Aschenbecher sind noch rammelvoll, aber sonst: gähnende Leere. Bedrückende Leere. Schmerzliche Leere.

Der schwarz-weiße Fanartikel-Verkaufsstand? Zugesperrt. Ebenso der angrenzende Bierwagen. Keine Menschenseele auf dem Stadionvorplatz, die Tiefgarage ist leer wie sonst zu den Weihnachtsfeiertagen. Man sieht die Graffitis („In Graz nur Sturm“) und denkt an bessere Zeiten. Man imaginiert im Geist die Fanchöre aus der Kurve, die Stimme des Stadionsprechers, die brodelnde, erwartungsfrohe Stimmung, die hier stets vor Matchbeginn herrscht. Pulsierendes Leben. Und jetzt? Stille. Durch die Absperrungen ist ein Blick auf die Matchuhr möglich, der Zeiger steht auf Null. Eine stimmige Symbolik. Heute wird hier kein gellender Torschrei zu hören sein, niemand wird sich freudig umarmen. Kein Tummelplatz der Emotionen, keine geschwungenen Fahnen, keine Choreographien, keine aufpeitschenden Stimmungsmacher mit Megaphonen, kein Zuprosten, kein atemberaubendes Wir-Gefühl: nur nüchterner, öder, grauer Beton. Ein Kapitalschaden für das Betriebssystem Fußball.

Den gesamten Beitrag inkl. Shutdown-Fotostrecke finden Sie im neuen SturmEcho 359.