Multimedia - 24.07.2017, 17:29

Leseproben

SturmEcho 362: Sturm 80/81

Historisch und legendär

Kultiger Lesestoff für die Weihnachtspause: Das SturmEcho hält auch diesmal wieder viele spannende Geschichten und Gespräche bereit. Vom Cover jubelt Sturms erste Herbstmeistermannschaft, das Interview mit Otto Baric ist sein letztes überhaupt.

„Arschknapp“. Vor 40 Jahren war die Mannschaft der Star und der SK Sturm erstmals Herbstmeister. Am Ende der Saison waren die Schwarz-Weißen nur 90 Minuten vom ersten Titel der Klubgeschichte entfernt. Ein emotionaler Rückblick auf eine der aufregendsten Spielzeiten der Sturm-Geschichte.

Sechser, Achter, Zehner. Einst kickte er in Wiener Käfigen, heute in der Bundesliga: Ivan Ljubic im ausführlichen Interview über seine Anfänge, Papa Schiedsrichter und seine Hoffnungen, mit Sturm international zu spielen.

Ein echter Pro. Als Spieler war Gilbert Prilasnig jahrelanger Profi, nun will Sturms Jugendleiter auch als Trainer fit für den Profifußball werden. Über seine UEFA-Pro-Diplom-Ausbildung spricht er mit dem SturmEcho.

Schwarz und Weiß ein Leben lang. Autor und „Fußballnarr“ Gerhard Roth im Interview – Teil 2. Ein tiefgehendes Gespräch über die Kickerkarriere des glühenden Sturm-Fans und warum sich Ivica Osim einen Zauberstab verdient hätte.

„Maximal“ legendär und unvergessen. Vor gut einer Woche verstarb Trainerlegende Otto „Maximale“ Baric. Drei Wochen zuvor gab er dem SturmEcho ein Interview – tragischerweise sein letztes überhaupt.

Diese und 13 weitere Beiträge lesen Sie im neuen SturmEcho 362, das unter shop.sksturm.at sowie in den SturmShops Hans-Sachs-Gasse und Liebenau erhältlich ist.

Abos und Infos: 0316 / 771 771

 

INHALT

Lockdown-Routine

Die Schwoazen

Problembehr (Kolumne)
Ivan Ljubic im Interview

Vorstandsetage (Kolumne)
Sponsor-Lounge

Gilbert Prilasnig im Interview

Kurvendiskussion (Kolumne)
Gerhard Roth im Interview
Schwarzmarkt

Sturm 80/81: Kollektive Euphorie
Otto Barić im Interview
Schwarz-weiße Familienchronik

Schlusspfiff: Amateure auf Kurs

 

Kollektive Euphorie (Leseprobe)

Sie war nur 90 Minuten vom ersten Meistertitel in der Klubgeschichte von Sturm Graz entfernt. Zum krönenden Abschluss einer sensationellen, weil fast „maximalen“ Saison fehlte es bloß an Erfahrung und Abgebrühtheit. Dennoch: Die Mannschaft der Saison 1980/81 war ein guter Jahrgang für Legenden. Ein Rückblick.

Vorletzte Runde der ÖFB-Bundesliga, 13. Juni 1981. Das „Café Glacis“ des mehrfachen Catch-Weltmeisters und Telefonbuchzerreißen-Weltrekordlers Otto Wanz ist prall gefüllt. In den abgenutzten Samtgarnituren haben viele Sturm-Fans Platz genommen, um sich via ORF in der Sendung „Fußball“ über die vorletzte Meisterschaftsrunde zu informieren. Im Zeitalter vor Handy und Internet blicken die Daheimgebliebenen – fast 2.000 Grazer haben die Reise nach Linz angetreten – auf einen TV-Apparat und sind zeitversetzt bei der Entscheidung dabei. Das teilweise schwarz-weiß gekleidete Publikum freut sich über den Führungstreffer von Kurt Stendal und verwandelt das ehrwürdige Café in ein Tollhaus. Eine Sturm-Fahne wird geschwenkt. Nach zwei Toren des LASK aber bange Mienen im Lokal: Ist der Traum vom ersten Meistertitel schon geplatzt? Nach dem Ausgleichstreffer wiederum durch Stendal kurz vor Spielende brandet Jubel auf. Optimismus, Vorfreude und Umarmungen nach dem Schlusspfiff. „Die Rapidler pack’ ma nächste Woch’n. Aber sowas von sicher!“ Die Kellnerin kommt mit den Bierbestellungen kaum nach, für manche wird der warme Juniabend noch zu einer „schwaren Partie“ ausarten.

Jubel in Wien, Tränen in Graz

20. Juni 1981. Tag der Entscheidung. Das „Jahrhundertspiel“, wie es ORF-Journalist Robert Seeger nennt. Es ist – um ein geflügeltes Wort von Ex-Stadionsprecher Lucky Krentl zu bemühen – „alles angerichtet“ im damaligen Bundesstadion Graz-Liebenau. Dank eigens errichteter Zusatztribünen drängen sich mehr als 22.000 Fans im Oval, auch die Balkone angrenzender Wohnhäuser sind gefüllt. Vereinzelt gibt es gar Fans, die wagemutig auf Hausdächern das Match verfolgen. Fußball-Graz in Euphorie und in großer Erwartung. Auf Ö-Regional ist schon im Laufe des Tages die inoffizielle „Meisterhymne“ der Schlagerband „White Stars“ zu hören: „SK Sturm wird neuer Meister / Und wir alle sind dabei. / SK Sturm wird neuer Meister / Und alles andere ist vorbei.“ Der vom Kerzenfabrikanten Manfred Drauch gesponserte Meistersekt ist eingekühlt und wartet auf eine rauschende Feier. Sturm-Vorstand Herbert Troger senior hat eine Kutschenfahrt mit den Sturm-Kickern von Liebenau in Richtung Hauptplatz organisiert, ebendort soll der historische Tag mit musikalischer Begleitung ausklingen. Auch Liga-Obmann Hans Reitinger geht davon aus, dass Sturm den Titel holt, und hat die Reise nach Graz mit dem Meisterteller angetreten. Welch ein Irrtum.

Statt Jubel und Begeisterung gibt es Enttäuschung und Ernüchterung: Die 1:4-Heimniederlage gegen Rapid Wien lässt die von Erich Hof trainierte Wiener Austria im Fernduell doch noch Meister werden, da die Violetten den GAK auf dem Wiener Sportclub-Platz mit 6:1 aus dem Stadion schießen. Begeisterung im Publikum, aber auch GAK-Goalie Savo Ekmečić klatscht freudig in die Hände und reißt seine Arme jubelnd in die Höhe, als er vom Sturm-Umfaller erfährt. In Graz hingegen fließen Tränen. Bei Spielern wie bei Fans.

Den gesamten Beitrag mit Statements von Andy Pichler und Walter Hörmann lesen Sie im neuen SturmEcho 362.