110 Jahre Sturm - 07.01.2019, 15:26

Mythos Gruabn - 100 Jahre Sturmplatz

Die Gruabn. Bei diesem Namen denken nicht nur Sturm-Fans unterschiedlichster Generationen an sportliche Triumphe und Tragödien, an schwierige Bodenverhältnisse und harte Zweikämpfe, an Bananenschüsse und Enge auf den Rängen, an Bierduschen und an eine Holztribüne, die Fußballerschweiß und Fanherzblut aus Jahrzehnten in sich aufgenommen hat: ein Kultstadion. Zum 100-Jahre-Jubiläum des Sturmplatzes spürt ein Buch dem aus Geschichten und Anekdoten genährten „Mythos Gruabn“ nach, historische Exkurse, Essays, subjektive Erinnerungen berichten von einer längst untergegangenen Fußballwelt. Zudem wird in der Publikation auch das 110-Jahre-Jubiläum von Sturm Graz ausführlich thematisiert.

Berühmt-berüchtigt

Das von Martin Behr, Herbert Troger und Christian Wiedner herausgegebene Buch „Mythos Gruabn – 100 Jahre Sturmplatz“ ist eine Würdigung eines Stadions, das österreichweit als berühmt-berüchtigt gilt, um das sich zahlreiche Geschichten und Anekdoten ranken und das für immer seinen fixen Platz in der Historie der Grazer Schwarz-Weißen haben wird. Visuelle Grundlage für die Publikation ist das Fotoarchiv des Grazer Pressefotografen Friedrich Fischer - Sturm Graz hat für diesen Zweck über 30.000 Negative angekauft. Fischer war von den frühen 1950er-Jahren bis Mitte der 1990er-Jahre in der Gruabn aktiv. Das Gruabn-Jubiläumsbuch präsentiert zahlreiche bislang unveröffentlichte Fischer-Fotos, deren Qualität weit über den Genre Sportfotografie hinausreicht.(c) Christian Wiedner (honorarfrei)

Facettenreiches Bild

„Der zeitliche Bogen, den dieses Buch spannt, reicht von jenen Tagen, als der Fußball nach Österreich kam, bis zur Qualifikation von Sturm Graz für die Meisterrunde in der Bundesligasaison 2018/19“, sagt Alexander Fasching, Leiter Medien & Kommunikation des SK Sturm. Umfassende chronikale Berichte, die neue Erkenntnisse über die Anfangstage des Grazer Fußballvereins liefern sowie individuelle Zugänge von Zeitzeugen sind jene Puzzlesteine, die ein facettenreiches Bild der Gruabn ergeben. Was Sturm-Jahrhhunderttrainer Ivica Osim „Fetischstadion“ nennt, weckt Emotionen. Gerade in einer Zeit, in der die Kommerzialisierung und Abgehobenheit des modernen Fußballs immer mehr Menschen frustriert und vor den Kopf stößt, wird eine Sehnsucht nach Authentizität spürbar. NachFußballern, die bereit sind, für ihren Verein jahrelang alles zu geben, nach Fans, die auch in schlechten Zeiten hinter ihrem Team stehen und nach einem Stadion, das noch keine hochgesicherte, sterile Arena ist und den Namen eines Konzerns trägt.

Erfahrungen und Eindrücke

Präsentiert werden in „Mythos Gruabn“ auch neue Erkenntnisse aus der Frühgeschichte des Vereins, erforscht wurden erstmals, wie es Sturm Graz in der Zeit des Ersten Weltkrieges erging. Über 50 Zeitzeugen berichten ihre Erfahrungen und Eindrücke: Spieler, Fans, Funktionäre, Gegner oder Journalisten – unter ihnen die Fußballstars Hansi Müller, Herbert Prohaska und Giuseppe Giannini - erinnern sich an prägende Momente am Jakominigürtel. Der Autor und passionierte Sturm-Fan Gerhard Roth wiederum widmet sich in einem Essay jener Spielstätte, die der er bereits als Kind betreten hatte, weitere künstlerische Beiträge stammen vom Konzeptkünstler und Filmemacher Josef Dabernig sowie vom Architekturfotografen Paul Ott.

Männerstadion

Das Opus Magnum über den Sturmplatz beinhaltet weiters essayistische Exkurse über die Klangkulisse, die weiland in der Gruabn geherrscht hat, über die Entwicklung der Ultra-Kultur sowie über Reminiszenzen aus der Geschlechterperspektive: „Das letzte Männerstadion“. Weitere Fachbeiträge handeln die Gruabn in der Zeit des Nationalsozialismus ab und erhellen die Baugeschichte des Stadions, insbesondere der aus dem Jahr 1934 stammenden Holztribüne.

Mythos Gruabn - Die Buchpräsentation
Freitag, 10. Mai 2019 | 17:30 Uhr
SturmShop Hans-Sachs-Gasse

Herausgeber: Martin Behr, Herbert Troger, Christian Wiedner
336 Seiten

Preis
EUR 34,99
EUR 29,99 für Mitglieder
EUR 24,99 für Mitglieder am Präsentationstag