110 Jahre Sturm - 07.01.2019, 15:26

Leitbild – Auf breiter Basis

Bei der Generalversammlung am 18. Jänner 2016 präsentierte Präsident Christian Jauk das Sturm-Arbeitsprogramm 2020. Die Entwicklung eines Leitbildes auf breiter Basis, die alle Zielgruppen des SK Sturm miteinbezieht, war ein Eckpunkt. Das Leitbild soll die wichtigsten Grundsätze zusammenfassen, die Sturm Graz ausmachen. Wo liegen die Wurzeln des Klubs, wofür stehen die Schwarz-Weißen, was macht den SK Sturm aus, was sind die Werte, die Ambitionen und Ziele, welche Verantwortung übernimmt der Klub und woran will man unbedingt festhalten.

Gründlicher und langer Prozess

Ein nachhaltiges Leitbild zu entwickeln, mit dem sich die Sturm-Familie identifizieren kann und das Orientierungshilfe am Weg in die Zukunft ist, geht nicht von heute auf morgen. Der Prozess wurde deshalb auf zwei bis drei Jahre ausgelegt. Möglichst viele Personen – Vorstandsvertreter, Geschäftsführer, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, Trainer und Betreuer, Klubmitglieder, Fanclub-und Anhängerklub-Vertreter – gehören der Leitbild-Arbeitsgruppe an. Diese Arbeitsgruppe traf und trifft sich seit März 2016 zu regelmäßigen Arbeitssitzungen.

Denn das Leitbild darf nicht von oben aufgesetzt sein. Es ist das Ergebnis eines breiten Diskussionsprozesses, an dem die Sturm-Familie teilhaben muss. Um den Vorgang professionell ablaufen zu lassen, wurde die Zusammenarbeit mit dem Universitäts-Institut für Soziologie der Uni Grazgefunden.

Qualitative Interviews

In einer eigenen Lehrveranstaltung mit dem Titel „Sturm-Leitbild“ führten Studentinnen undStudenten der Soziologieim Wintersemester 2016/17unter der Leitung der Professoren Dieter Reicher und Sabine Haring sowie unter der Begleitung von Stefan Reichmann rund 30 vertiefende, leitfadengestützte Interviews mit Personen aus dem Sturm-Umfeld durch. Der Kreis der Interviewpartner wurde vom Leitbild-Arbeitskreis ausgearbeitet und genannt: Vertreter von Fan-Gruppen, Anhängerklub, Sympathisanten, Klubmitglieder, Sponsoren, ehemalige Spieler, Mitarbeiter, Funktionäre.

Die Studentinnen und Studenten der Soziologie befinden sich im fortgeschrittenen Studienabschnitt. Sie sind allesamt fußball-affin und wurden in einer eigenen Vorlesung in die Sturm-Historie eingeschult.

Entwurf eines Fragebogens und Onlinebefragung

Basierend auf diesen Interviews wurde vom Uni-Institut für Soziologie in Abstimmung mit der Leitbild-Arbeitsgruppe des SK Sturm ein umfassender Fragebogen ausgearbeitet. Umfassende Anpassungen und Diskussionen waren Teil des Erarbeitungsprozesses für diesen Fragebogen für die breite Masse.

Im Sommersemester 2017 fand dann eine großangelegte Onlinebefragung der Sturm-Mitglieder, der Sturm-Abonnenten, der Anhängerklubmitglieder und der Fanklubs statt. Von den 8000 kontaktierten Personen beantworteten mehr als 10 Prozent den Fragebogen. Somit liegt dem Ergebnis der Befragung eine repräsentative Stichprobe zu Grunde. Diese ist die Basis um gültige Aussagen für das Leitbild ableiten zu können. Das Ergebnis der Befragung und auch die Zusammenfassung der Interviews wurden vom Institut für Soziologie in Form eines umfangreichen Berichts nach der Sommerpause fertiggestellt und Anfang Oktober präsentiert.

Erstellung der Leitsätze bzw. des Leitbildes

Auf Basis der Befragungsergebnisse und der Interviews arbeitete ab Mitte Oktober 2017 das Leitbild-Team an der Formulierung der Leitsätze, wobei auf die Beratung durch das Institut für Soziologie und auf Diskussionen nicht verzichtet wurde. Mit dem auf breiter Basis erstellten Leitbild setzt der SK Puntigamer Sturm Graz ein Qualitätsmerkmal, wie es bei großen internationalen Klubs üblich ist. Das fertige Leitbild wird nun im Rahmen des Jubiläumsjahres den Stakeholdern des SK Sturm präsentiert.