108 JAHRE STURM GRAZ Geschichte
108 JAHRE STURM GRAZ

Die Geschichte des heute als Sportklub Sturm Graz bekannten erfolgreichsten steirischen Fußballvereins beginnt im Grazer Augarten. Der öffentliche Park, im sechsten Stadtbezirk an der Mur gelegen, ist im ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts ein Eldorado für Schüler und Studenten. Ihre Leidenschaft ist der Fußball – ein Modesport, der aus England über Prag den Weg nach Graz findet. Um 1907 sammeln sich um den Schüler Fritz Longin, der einen Lederball besitzt, und um den Studenten Karl Assmann eine Schar talentierter Jugendlicher, die unter Fantasienamen wie „Assam del Negro“ oder „Longino“ erfolgreich sind. Diese sind ihnen bald nicht mehr genug und so nennen sie sich Anfang Mai 1909 „Sturm“ – nach Vorbild des Prager Ballclubs Sturm, der kurz zuvor in Graz gastiert. 1910 schließlich trägt man sich nach ersten sportlichen Erfolgen ins Vereinsregister ein.

Steirischer Rekordmeister Geschichte
Steirischer Rekordmeister

Zwei weitere Jahre ziehen ins Land bis der Philosoph Arnold Schmidt die statutengerechte Vereinsgründung vorantreibt und am 31. März 1912 aus der Fußballmannschaft „Sturm“ der Verein „Fußballclub Sturm“ wird. 1912/1913 wird eine erste Meisterschaft des Deutsch-Alpenländischen Fußballverbandes ausgetragen und Sturm schafft die „Erstklassigkeit“. Die Spiele werden nun nicht mehr im Augarten, sondern als „Untermieter“ am GSV-Platz innerhalb der Trabrennbahn ausgetragen, einer Anlage, die sich hinter der heutigen Stadthalle befindet. Während des Ersten Weltkrieges ist Sturm einer der wenigen Klubs, die einen eingeschränkten Spielbetrieb erhalten können. Franz Schönbacher und Heinrich Stiegler organisieren mit noch nicht wehrpflichtigen Burschen Spiele und legen die Basis für die legendäre Sturm-Meistertruppe der 1920er. Und nach Kriegsende, im November 1918, ruft Gründungsobmann Karl Assmann im Sturm- Cafe Berghaus an der Radetzkybrücke zum Neustart.

Gruabn als erste echte Heimat Geschichte
Gruabn als erste echte Heimat

Bereits im März 1919 hat ein Jahrzehnt Nomadentum endlich ein Ende, als eine Wiese an der Ecke zwischen Jakominigürtel und der Klosterwiesgasse zur ersten Heimstätte wird: der „Sturm-Platz“, später als „Gruabn“ berühmt. Auch der Vereinsname sollte sich ein letztes Mal verändern. Nach der Jahreshauptversammlung am 15. Februar 1920 wird neben der Fußballsektion auch ein Handball-, eine Damenhandball-, eine Boxund Leichtathletiksektion, der später auch eine Tennissektion folgt, gegründet. Aus dem „Fußballclub Sturm“ wird der „Grazer Sportklub Sturm“, der bald einen großen Erfolg feiert. In der ersten offiziellen steirischen Meisterschaft der Saison 1920/1921 behält Sturm die Oberhand – durch ein 1:0 gegen den GAK. Bis 1949 sollen zehn weitere steirische Titel folgen, was Sturm zum steirischen Rekordmeister macht. Der erste überregionale Erfolg stellt sich im Jahr 1934 ein, als der österreichische Amateur-Staatsmeistertitel errungen wird. Im selben Jahr wird zur 25-Jahr-Feier unter Obmann Franz Reistenhofer auch der ausgebaute Sturm- Platz mit der (heute noch existierenden) neuen Tribüne eröffnet, die unter anderem vom jüdischen Geschäftsmann Franz Öhler gesponsert wird. Schon damals beginnt das Ringen um eine „Staatsliga“, in der auch Nicht-Wiener Klubs Aufnahme finden sollen. 1936/37 scheitert Sturm in der Qualifikation gegen Simmering und Helfort knapp – es bleibt bei der Wiener Liga. Als Trostpflaster spielt man seit 1935 erstmals mit Teams aus der Hauptstadt um den österreichischen Pokal.

NS-Zeit Geschichte
NS-Zeit

Nach dem Anschluss Österreichs an Hitlerdeutschland im März 1938 wird die „Gauliga“ mit den Wiener Mannschaften eingeführt, doch im Sommer 1938 hat der Grazer Sportklub die Nase vorne und steigt auf. Sturm und GAK spielen mit Kärntner Klubs in der Bezirksmeisterschaft Süd. 1938 sind die nunmehrigen „Ostmärker“ im Deutschen Pokal – genannt Tschammerpokal nach dem Reichssportführer Tschammer- Osten – spielberechtigt. 1940 macht Sturm dort von sich reden: Gmeindl, Schabus und Co schlagen die Wiener Großklubs WAC mit 7:3 und die Admira mit 9:0. Gegen den 1. FC Nürnberg ist am Sturm-Platz nach einem 1:6 aber Endstation. Der Verein, der in den 1920er- und 1930er-Jahren in der antisemitischen Grundstimmung in Graz auf ein tolerantes, offenes Verhältnis wert legt, arrangiert sich während der NS-Zeit wie alle Klubs mit den Machthabern und wird von einem parteitreuen „Vereinsführer“ geleitet, die Jugend muss verpflichtend als HJ-Jugend (Hitler- Jugend) geführt werden. Doch in der zweiten Ebene ist Sturm – wie heutige Forschungen beweisen – unpolitisch und nicht belastet. Der Klub spielt zwar 1941 bis 1943 mit den Wiener Klubs in der „Bereichsklasse“, doch werden sämtliche Stützen zur Wehrmacht eingezogen. Ein sportliches Fiasko ist die Folge.

Eintritt in den Profifussball Geschichte
Eintritt in den Profifussball

Nach Kriegsende im Mai 1945 hat Sturm dank Josef Plendner, Ernst Oswald und Leopold Kruschitz rasch wieder eine äußerst starke Mannschaft beisammen, die – verstärkt mit Wiener „Legionären“ – von 1946 bis 1949 vier Landesmeistertitel und vier Landes-Pokalsiege einfahren kann. Doch es dauert bis zum Jahr 1948, ehe Sturm endgültig im (Halb-)Profifußball ankommt. Zuerst durch das Erreichen des ÖFB-Pokalfinales gegen Austria Wien und 1949 mit der neuen Staatsliga, in deren allerersten Saison 1949/50 Sturm als steirischer Meister sofort Aufnahme findet. In den ersten Jahren etablieren sich Durek und Co im vorderen Mittelfeld. Doch nach dem unerwarteten Abstieg 1954 schlittert man in eine Finanzkrise. Es gelingt trotzdem der Wiederaufstieg 1955, und zwei Jahre hält man sich – u. a. mit Helmut Senekowitsch, der der erste Nationalspieler Sturms wird – in der „A-Liga“. Dann aber muss die schwarz-weiße Anhängerschaft ab 1958/59 für sechs Saisonen mit der zweiten Leistungsstufe vorlieb nehmen. Die endgültige Rückkehr in die höchste Spielklasse folgt im Sommer 1966. Seitdem ist Sturm ohne Unterbrechung in der höchsten Spielklasse, somit der älteste Nicht-Wiener Erstliga-Verein und liegt in der ewigen Meisterschaftstabelle auf Platz drei.

Internationale Erfolge in den 1970ern Geschichte
Internationale Erfolge in den 1970ern

Im November 1967 übernimmt der Kärntner Gerd Springer das Zepter und führt in Graz professionelle Strukturen ein. Von 1968 bis 1970 etabliert sich Sturm erstmals im Spitzenfeld der damaligen Nationalliga, die Mannschaft um Grloci, Kaiser, Peintinger, Murlasits, Ruß und Co sorgt für einen randvollen Sturm-Platz und ein bisher kaum gekanntes Fußballfieber in der Steiermark. Das erste internationale Ausrufezeichen gelingt im Messestädtecup – dem Vorläufer des UEFA-Pokals – im Herbst 1970, als der englische Spitzenklub FC Arsenal in Graz mit 1:0 besiegt wird. Ein weiteres 1975 als das legendäre Schlechta-Team um Steiner, Jurtin, Stendal, Pichler, Weber und Saria bis ins Viertelfinale des Pokals der Pokalsieger kommt, für den man sich nach der Pokalfinal-Niederlage 1975 gegen Meister Wacker Innsbruck – 0:3 und 2:0 – qualifiziert hat.

Schlechta rettet Sturm vor dem Abstieg Geschichte
Schlechta rettet Sturm vor dem Abstieg

Anfang der 1970er Jahre ist einiges Ungemach zu überstehen: 1972/73 entwickelt sich sportlich zum Krisenjahr, ab Oktober versucht der Wiener Trainer Karl Schlechta die Rettung nach einem katastrophalen Start. Die gelingt auch – doch die Maul- und Klauenseuche in Ostösterreich macht Sturm einen Strich durch die Rechnung. Der SC Eisenstadt ist in Nachtragsspielen nach Ende der Saison gut in Form und zieht an Sturm vorbei. Sturm protestiert, Hans Gert, Franz Gady, Karl Pühringer und Karl Schlechta sind am grünen Tisch erfolgreich – in einer ÖFB-Sondersitzung wird die Liga auf 17 Klubs aufgestockt. Die Euphorie über den Verbleib beflügelt Sturm und ermöglicht 1973 eine sensationelle Erfolgsserie – bis zur zehnten Runde führt Schwarz-Weiß die Tabelle an. Im Frühjahr 1974 wird die neue Zehner-Bundesliga beschlossen. In einer dramatischen Fünf-Jahreswertung überrundet Sturm den GAK, zieht als einziger steirischer Klub in die neue Liga ein und trägt seine Heimspiele nur noch im Bundesstadion Liebenau aus. Fusionsabsichten – aus Sturm und dem GAK soll ein FC Steiermark werden – können abgewendet werden.

Knapp vorbei am ersten Meistertitel Geschichte
Knapp vorbei am ersten Meistertitel

Im März 1980 engagiert Franz Gady, der vom früh verstorbenen Hans Gert 1976 das Präsidentenamt übernommen hat, Otto Baric als neuen Trainer. Der damals noch wenig bekannte Kroate soll Sturm vor dem Abstieg retten. Der Plan geht auf, und Baric sollte noch viel mehr bewegen. Mit seinem Landsmann Bozo Bakota als Goalgetter wird Sturm 1980/81 sensationell Herbstmeister vor Austria Wien. Am Ende reichte es nur zu Platz zwei – nach einem 1:4 im letzten Saisonspiel gegen Rapid. Der Vizemeistertitel ist, bei aller Enttäuschung, der bisher größte Erfolg der Vereinsgeschichte. Im Oktober 1982 kehrt Sturm unter großem Anklang der Medien und Fans in die Gruabn zurück. Und dann gelingt in der Saison 1983/84 der sensationelle Einzug ins UEFA-Pokal-Viertelfinale: Sportul Bukarest, Hellas Verona und Lok Leipzig werden eliminiert, ehe das unglückliche Ausscheiden gegen den englischen Vertreter Nottingham Forest – durch einen Elfmeter in der Verlängerung – alle Träume vom Semifinale beendet.

Die Ära Osim Geschichte
Die Ära Osim

1988 erreicht Sturm unter Walter Ludescher Rang drei. Mit Werner, Zellhofer und Co riskiert man zu teure Transfers, die den Klub sportlich und finanziell aus der Bahn werfen. Gleichzeitig drängt Ende der 1980er- Jahre Hannes Kartnig in den Verein, bis er schließlich Ende 1992 am Höhepunkt der sportlichen und finanziellen Krise zum neuen Präsidenten gemacht wird. Sein größter Coup gelingt dem Neo-Präsidenten und seinem neuen Manager Heinz Schilcher in der Saison 1994/1995 mit der Verpflichtung des ehemaligen jugoslawischen Nationaltrainers Ivica Osim und des jungen kroatischen Kreativspielers Ivica Vastic´. Mit weiteren Talenten wie Haas, Wetl, Schopp, Prilasnig oder Neukirchner führt Osim eine neue Spielkultur in der Gruabn ein: Statt Kampf ist Kurzpassspiel die neue Formel, die Schwarz-Weiß langsam aber sicher an die Spitze des österreichischen Fußballs bringt. Bereits in der ersten Saison, 1994/95, wird Sturm punktegleich mit Meister Austria Salzburg Vizemeister, geschlagen nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses. Schon eine Saison später folgt der erste nationale Titel seit 1934: Nach einem 3:1 gegen die Admira kürt sich der SK Sturm zum Pokalsieger. In der Meisterschaft zieht man im entscheidenden direkten Duell der letzten Runde gegen Rapid den Kürzeren.

Als Meister in der Champions League Geschichte
Als Meister in der Champions League

Auch in der nächsten Saison geht der Pokal nach Graz, in der Meisterschaft reicht es mit dem italienischen Altstar Giannini, aber ohne Schopp (Hamburg), Wetl (Porto) und Hörmann (Salzburg) nur zu Platz drei, und im letzten Heimspiel der Saison, am 31. Mai 1997, verabschiedet sich die Anhängerschaft von der Gruabn. Es folgt der Umzug ins neu erbaute Arnold- Schwarzenegger-Stadion, der heutigen Merkur Arena, wo das erste Spiel der Saison 1997/98 gegen den Stadtrivalen GAK mit 4:0 gewonnen wird – es sollte der Auftakt für eine fulminante Saison sein. Sturm wird, dank der Tore des magischen Dreiecks Haas – Vastic´ – Reinmayr, zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte Meister – mit dem damaligen Rekordvorsprung von 19 Punkten auf Vizemeister Rapid. Es folgt das Double in der Saison 1998/99, was nur von den drei aufeinander folgenden Teilnahmen an der Champions League zwischen 1999 und 2001, und dem Erreichen der Champions League-Zwischenrunde 2001 – dem bisher größten internationalen Erfolg eines österreichischen Klubs in der Königsliga – übertrumpft wird.

Zwangsausgleich und Wiedergeburt Geschichte
Zwangsausgleich und Wiedergeburt

Doch das Hoch ist nicht von Dauer, 2001 wird man in direkter Folge der Champions League-Euphorie in der Meisterschaft nur Vierter und bleibt trotz der sündteuren Zugänge von Amoah und Haas ohne internationalen Startplatz. Es folgt ein radikaler und teurer Umbau, der 2002 abermals den Vizemeistertitel bringt. Aber im August 2002 scheitert Sturm in der Champions League-Qualifikation an Maccabi Haifa und kurz darauf tritt Trainer Osim nach einer 1:3-Heimniederlage gegen den FC Kärnten zurück. Franco Foda, Gilbert Gress und Mischa Petrovic´ heißen die Nachfolger – der sportliche Erfolg kommt nicht mehr zurück und dadurch entgleitet auch die wirtschaftliche Situation. Für die Saison 2005/06 erhält der Verein erstmals nur mit Auflagen die Spiellizenz für die Bundesliga. Franco Foda erhält eine zweite Chance als Cheftrainer und schon im August 2006 ist klar, dass nur ein Konkursantrag mit Zwangsausgleich die Rettung von der erdrückenden Schuldenlast sein würde. Am 23. Oktober 2006 meldet Sturm Konkurs an, am 2. November übergibt Kartnig das Präsidentenamt nach 14 Jahren an Urgestein Hans Fedl. Eine Gönnergruppe um Hans Fedl, Hans Rinner und Christian Jauk erreicht bei Masseverwalter Dr. Scherbaum die Fortführung des Spielbetriebes. Es folgt ein Verhandlungskrimi, der dank der Gönnergruppe und der von Jauk gewonnenen drei Investoren Raiffeisen, Grazer Wechselseitige und Styria Medien AG mit dem erfolgreichen Zwangsausgleich am 25. Jänner 2007 und einer neuen Führungsriege rund um Präsident Rinner und Finanzvorstand Jauk ein positives Ende findet. Im Frühjahr 2007 schafft Sturm trotz Punkteabzügen den Ligaverbleib. Und schon in der Saison 2007/08 sichert sich Sturm wieder den Titel des Herbstmeisters, am Ende bleibt Platz vier – man hat sich sportlich wie wirtschaftlich rehabilitiert. Auch aufgrund der ausgezeichneten Arbeit im Sturm-Nachwuchs, der in dieser Zeit Talente wie Prödl, Leitgeb, Säumel, Jantscher oder Beichler ausbildet.

Pokalsieg vor 25.000 Sturm-Fans Geschichte
Pokalsieg vor 25.000 Sturm-Fans

Die Saison 2008/09 steht ganz im Zeichen des Jubiläumsjahres 2009 – der Verein feiert seinen Hunderter mit Platz vier und dem sensationellen Erreichen der Gruppenphase der neugeschaffenen UEFA Europa- League. Die Besucherzahlen erreichen die höchsten Werte seit 1998. Sturm ist mit Ende des Jubiläumsjahres 2009 saniert, die Raten an die Investoren sind zurück bezahlt und das Trainingszentrum Messendorf ist mittlerweile vollkommen fertiggestellt. Mit der wirtschaftlichen Sicherheit als Basis kann Franco Foda und seine Mannschaft im Jahr 2010 wieder an die glorreichen Zeiten der Ära Osim anschließen. Vor 25.000 Sturm-Fans im Klagenfurter Wörthersee-Stadion sichert ein Tor von Lavric den Pokalsieg gegen Wiener Neustadt. Der erste Titel seit elf Jahren ist Realität.

Zum dritten Mal Meister Geschichte
Zum dritten Mal Meister

Nur ein Jahr später folgt die unerwartete Potenzierung dieses Erfolgs. In einer engen Saison steigert sich das Team von Franco Foda vor allem im Frühjahr von Spiel zu Spiel und macht das Unmögliche möglich: Vor Budgetkrösus Salzburg feiert Sturm den dritten Meistertitel der Vereinsgeschichte nach 1998 und 1999. Nur wenige Wochen nach dem Triumph kämpft man sich bis ins Champions League-Play-off gegen den weißrussischen Meister BATE Borisov vor. Nach einem 1:1 auswärts zerplatzt der Traum von der vierten Champions League-Teilnahme der Klubgeschichte aber nach einer 0:2-Heimniederlage. In der Europa League-Gruppenphase reicht es immerhin für einen Sieg, in der Meisterschaft läuft es aber nicht nach Wunsch. Während Franco Foda seinen Abschied im Sommer ankündigt, stellt sich der Verein neu auf.

Neue Strukturen Geschichte
Neue Strukturen

Bei der Generalversammlung im Jänner 2012 formiert sich um Präsident Christian Jauk und Aufsichtsratsvorsitzenden Friedrich Santner erstmals in der Klubgeschichte eine Funktionärsriege, die Größen der heimischen Wirtschaft vereint. Mit Christopher Houben und Paul Gludovatz werden im Zuge der neuen Vereinsstruktur zwei Geschäftsführer eingestellt. Trainer Foda verlässt den Verein Richtung Kaiserslautern, Sturm übernimmt zur neuen Saison der Deutsche Peter Hyballa. Der Konzepttrainer will die Zuschauer nach einer durchwachsenen Saison mit Offensivfußball wieder ins Stadion locken. Als der sportliche Geschäftsführer Paul Gludovatz seine Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig beenden muss und kurze Zeit später Christopher Houben aus persönlichen Gründen aus seinem Posten ausscheidet, bekommt Sturm drei andere Protagonisten in der Geschäftsstelle. Ayhan Tumani übernimmt die Agenden des Geschäftsführers Sport, die Sponsoring- Verantwortliche Daniela Tscherk wird sein wirtschaftliches Pendant. Die strukturelle Umgestaltung wird mit der Installierung von Gerhard Goldbrich als General Manager abgeschlossen.

Schwungvolle Jahre Geschichte
Schwungvolle Jahre

Als Nachfolger wurde Peter Hyballa präsentiert, der einen Vertrag bis 2014 unterschrieb. Nach einer guten ersten Saisonhälfte, die mit dem vierten Platz belohnt wurde, sorgten Differenzen für einen Bruch zwischen Trainer und Mannschaft. Nach einer Niederlagenserie zu Beginn des Jahres wurde Peter Hyballa am 22. April als Trainer des SK Sturm Graz beurlaubt. Für die restliche Saison übernahm Markus Schopp das Traineramt. Die Grazer behaupteten am letzten Spieltag noch den vierten Platz und qualifizierten sich damit für die Europa League. Zu Beginn der Saison 2013/14 wurde Darko Milanic vorgestellt, der einen Vertrag bis 2016 unterzeichnete. In der Europa League schied man überraschend gegen den isländischen Vertreter Breidablik aus. In der Bundesliga erreichte man nur Platz fünf und musste dadurch auf den Einzug ins Finale des ÖFB-Cups hoffen, um in der kommenden Saison international vertreten zu sein. Im Halbfinale scheiterte man jedoch an Zweitligist SKN St. Pölten, womit man in der Spielzeit 14/15 nicht in der Europa League teilnehmen konnte. Das Management an Trainer Darko Milanič fest. Auch der Auftakt zur Saison 2014/15 verlief für den SK Sturm nicht nach Wunsch. Im September verließ Darko Milanic den Verein, weil er vom englischen Zweitligisten Leeds United abgeworben wurde. Während der Trainersuche übernahm Günther Neukirchner interimistisch die Mannschaft. Ende September 2015 wurde erneut Franco Foda als Trainer bestellt, der damit seine dritte Amtszeit beim SK Sturm antrat. Die Schwarz-Weißen beendeten die Saison 2015/16 auf dem fünften Tabellenplatz. Seit Mitte 2016 stellt der SK Sturm mit Günter Kreissl (Sport) und Thomas Tebbich (Wirtschaft) zwei neue Geschäftsführer. Der Posten des General Managers wurde aufgelöst. In der Saison 2016/17 wurde der SK Sturm nach einer furiosen Hinrunde Herbstmeister und beendete die Saison auf dem dritten Tabellenrang. Dadurch qualifizierte man sich nach zwei Jahren Pause für einen internationalen Bewerb.