Geschichte - 12.06.2017, 13:40

Steirischer Rekordmeister

Zwei weitere Jahre ziehen ins Land bis der Philosoph Arnold Schmidt die statutengerechte Vereinsgründung vorantreibt und am 31. März 1912 aus der Fußballmannschaft „Sturm“ der Verein „Fußballclub Sturm“ wird. 1912/1913 wird eine erste Meisterschaft des Deutsch-Alpenländischen Fußballverbandes ausgetragen und Sturm schafft die „Erstklassigkeit“. Die Spiele werden nun nicht mehr im Augarten, sondern als „Untermieter“ am GSV-Platz innerhalb der Trabrennbahn ausgetragen, einer Anlage, die sich hinter der heutigen Stadthalle befindet. Während des Ersten Weltkrieges ist Sturm einer der wenigen Klubs, die einen eingeschränkten Spielbetrieb erhalten können. Franz Schönbacher und Heinrich Stiegler organisieren mit noch nicht wehrpflichtigen Burschen Spiele und legen die Basis für die legendäre Sturm-Meistertruppe der 1920er. Und nach Kriegsende, im November 1918, ruft Gründungsobmann Karl Assmann im Sturm- Cafe Berghaus an der Radetzkybrücke zum Neustart.

Gruabn als erste echte Heimat Geschichte
Gruabn als erste echte Heimat

Bereits im März 1919 hat ein Jahrzehnt Nomadentum endlich ein Ende, als eine Wiese an der Ecke zwischen Jakominigürtel und der Klosterwiesgasse zur ersten Heimstätte wird: der „Sturm-Platz“, später als „Gruabn“ berühmt. Auch der Vereinsname sollte sich ein letztes Mal verändern. Nach der Jahreshauptversammlung am 15. Februar 1920 wird neben der Fußballsektion auch ein Handball-, eine Damenhandball-, eine Boxund Leichtathletiksektion, der später auch eine Tennissektion folgt, gegründet. Aus dem „Fußballclub Sturm“ wird der „Grazer Sportklub Sturm“, der bald einen großen Erfolg feiert. In der ersten offiziellen steirischen Meisterschaft der Saison 1920/1921 behält Sturm die Oberhand – durch ein 1:0 gegen den GAK. Bis 1949 sollen zehn weitere steirische Titel folgen, was Sturm zum steirischen Rekordmeister macht. Der erste überregionale Erfolg stellt sich im Jahr 1934 ein, als der österreichische Amateur-Staatsmeistertitel errungen wird. Im selben Jahr wird zur 25-Jahr-Feier unter Obmann Franz Reistenhofer auch der ausgebaute Sturm- Platz mit der (heute noch existierenden) neuen Tribüne eröffnet, die unter anderem vom jüdischen Geschäftsmann Franz Öhler gesponsert wird. Schon damals beginnt das Ringen um eine „Staatsliga“, in der auch Nicht-Wiener Klubs Aufnahme finden sollen. 1936/37 scheitert Sturm in der Qualifikation gegen Simmering und Helfort knapp – es bleibt bei der Wiener Liga. Als Trostpflaster spielt man seit 1935 erstmals mit Teams aus der Hauptstadt um den österreichischen Pokal.