Geschichte - 21.06.2017, 13:28

Zwangsausgleich und Wiedergeburt

Doch das Hoch ist nicht von Dauer, 2001 wird man in direkter Folge der Champions League-Euphorie in der Meisterschaft nur Vierter und bleibt trotz der sündteuren Zugänge von Amoah und Haas ohne internationalen Startplatz. Es folgt ein radikaler und teurer Umbau, der 2002 abermals den Vizemeistertitel bringt. Aber im August 2002 scheitert Sturm in der Champions League-Qualifikation an Maccabi Haifa und kurz darauf tritt Trainer Osim nach einer 1:3-Heimniederlage gegen den FC Kärnten zurück. Franco Foda, Gilbert Gress und Mischa Petrovic´ heißen die Nachfolger – der sportliche Erfolg kommt nicht mehr zurück und dadurch entgleitet auch die wirtschaftliche Situation. Für die Saison 2005/06 erhält der Verein erstmals nur mit Auflagen die Spiellizenz für die Bundesliga. Franco Foda erhält eine zweite Chance als Cheftrainer und schon im August 2006 ist klar, dass nur ein Konkursantrag mit Zwangsausgleich die Rettung von der erdrückenden Schuldenlast sein würde. Am 23. Oktober 2006 meldet Sturm Konkurs an, am 2. November übergibt Kartnig das Präsidentenamt nach 14 Jahren an Urgestein Hans Fedl. Eine Gönnergruppe um Hans Fedl, Hans Rinner und Christian Jauk erreicht bei Masseverwalter Dr. Scherbaum die Fortführung des Spielbetriebes. Es folgt ein Verhandlungskrimi, der dank der Gönnergruppe und der von Jauk gewonnenen drei Investoren Raiffeisen, Grazer Wechselseitige und Styria Medien AG mit dem erfolgreichen Zwangsausgleich am 25. Jänner 2007 und einer neuen Führungsriege rund um Präsident Rinner und Finanzvorstand Jauk ein positives Ende findet. Im Frühjahr 2007 schafft Sturm trotz Punkteabzügen den Ligaverbleib. Und schon in der Saison 2007/08 sichert sich Sturm wieder den Titel des Herbstmeisters, am Ende bleibt Platz vier – man hat sich sportlich wie wirtschaftlich rehabilitiert. Auch aufgrund der ausgezeichneten Arbeit im Sturm-Nachwuchs, der in dieser Zeit Talente wie Prödl, Leitgeb, Säumel, Jantscher oder Beichler ausbildet.