- 04.12.2018, 15:19

Die „Special Blackies“

Der erfolgreichste steirische Fußballverein gründete erstmals eine Mannschaft für Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen. Die „Special Blackies“ werden in Zukunft als eigenständiges Team bei diversen Turnieren und Spielen den SK Sturm Graz repräsentieren. 

Die Special Olympics World Winter Games 2017 in der Steiermark haben die Menschen in diesem Land ganz besonders bewegt – unter anderem auch den SK Sturm Graz. Bereits im Vorfeld der Weltspiele gab es eine enge Kooperation zwischen dem erfolgreichsten steirischen Fußballverein und Special Olympics. So wurde zum Beispiel mittels Bandenwerbung und Videos bei Heimspielen für die World Games geworben, auch in diversen Online-Medien und -Plattformen wurde regelmäßig auf das Großereignis hingewiesen. Sturm-Spieler wurden zu „Botschaftern“ und im Rahmen eines Heimspiels wurde ein eigener „Special-Olympics-Tag“ durchgeführt. Sogar auf dem Heimtrikot wurde mit dem Schriftzug „Special Olympics 2017“ für die Spiele geworben. Nun wird in der Kooperation ein neues Kapitel geschrieben: Der SK Sturm Graz hat die „Special Blackies“ gegründet und setzt mit einer eigenen sogenannten „Special-Needs-Mannschaft“ ein ganz starkes Zeichen für Inklusion!

Sturm steht für ganz bestimmte Werte

„Die Weltspiele in der Steiermark im Jahr 2017 waren sehr inspirierend für mich und für den SK Sturm. Wir unterstützen immer wieder soziale Projekte und haben schon vor den Weltspielen ein klares Bekenntnis zu Special Olympics abgegeben. Vor einem Jahr haben wir die Initiative für ein eigenes Special-Needs-Team gesetzt, nun konnten wir den nächsten Schritt machen“, erklärt Sturm-Präsident Christian Jauk. Der SK Sturm ist somit der erste Fußballverein in Österreich, der neben den Bundesliga-Mannschaften der Herren und Damen, den Amateuren und zahlreichen Nachwuchsmannschaften nun auch noch ein Special-Needs-Team führt. „Sturm steht für ganz bestimmte Werte, wir haben Wurzeln, an die wir uns immer erinnern. Und auch wenn wir als Verein unsere Special Blackies als Herzensanliegen sehen, freue ich mich, dass die Österreichischen Lotterien als Hauptsponsor für das Team eingestiegen sind und hoffe, dass Partner aus der Steiermark diesem Beispiel folgen werden“, so Jauk. Bislang gibt es in Österreich übrigens sieben weitere Special-Needs-Mannschaften, die größeren Klubs wie Altach, St. Pölten, Admira, Vienna, Austria Wien und Rapid diese Teams bereits gegründet, in Kärnten gibt es mit dem ASKÖ Wölfnitz seit Kurzem auch einen unterklassigen Verein, der eine Fußballmannschaft für Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen ins Leben gerufen hat.

Doppelter Grund zum Jubeln

Für Jürgen Winter, Präsident von Special Olympics Österreich, ist die Gründung der Special Blackies ein doppelter Grund zum Jubeln: „Mein Herz schlägt bekanntermaßen für Special Olympics, es schlägt aber auch schon seit vielen Jahren für den SK Sturm. Umso mehr freue ich mich, dass es uns gelungen ist, diese ganz besondere Mannschaft ins Leben zu rufen. Wenn sich ein derartig großer Verein wie der SK Sturm zu so einem vorbildlichen Projekt bekennt, dann hat das eine enorme Kraft und wird mit Sicherheit für viel Bewegung und positive Schlagzeilen sorgen. Vor allem ist es ein wichtiges Zeichen an viele andere Sportvereine, sich mit dem Thema Inklusion von Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen intensiv auseinanderzusetzen. Ich danke allen Verantwortlichen, die sich in den letzten Monaten sehr stark dafür eingesetzt haben!“ 

20 Spieler in der Auswahl

Die „Special Blackies“ werden als eigenes Team im Verein geführt. Die Spieler trainieren einmal pro Woche auf der Anlage des SK Sturm in Messendorf, werden auf der Klub-Homepage präsentiert, haben eigene Trainingsutensilien und Dressen und werden bei nationalen und internationalen Turnieren als SK Sturm Special Blackies antreten. Den ersten großen Auftritt hatten sie bereits am 16. November beim SPIELERPASS-Turnier in St. Pölten. Die Position des Cheftrainers hat Thomas Gruber, langjähriger Trainer bei Special Olympics Österreich und bei der Lebenshilfe TUMAWAS, übernommen. Unterstützt wird er dabei von seinen Kollegen Anna Doppelhofer, Ralf Müllerund Pablo Salinas Gracia. „Wir sehen die Special Blackies als eine Auswahl. Vorerst haben wir einen 20-Mann-Kader, der sich aber immer wieder verändern kann. Wer regelmäßig trainiert und sich verbessert, ist dabei. Wir schauen schon bewusst auf die Qualität, schließlich sollte es ja auch darum gehen, dass es einen besonderen Wert hat, wenn man Teil der Special Blackies ist.“

Die meisten Spieler im jetzigen Kader kommen von den Lebenshilfen Soziale Dienste GmbH TUMAWAS, die schon seit Jahren mit den „Grazer Kickers“ erfolgreich unterwegs ist und somit wichtige Aufbauarbeit für die Special Blackies geleistet hat. Mit dabei ist aber etwa auch ein Spieler aus Radkersburg, der sich in den ersten Trainingseinheiten empfohlen hat. Weitere Herren (und auch Damen) können sich schließlich bei den nächsten Sichtungstrainings im Februar 2019 ins Rampenlicht spielen.