- 07.11.2018, 12:15

Damen ziehen erfreuliche Bilanz

Sturms Kickerinnen überwintern auf Rang zwei in der Bundesliga

Eine beinahe makellose Saison haben die SK Sturm Graz Damen in der Bundesliga hinter sich. Nach neun Runden haben unsere Mädels acht Siege auf der Habenseite, liegen auf dem abgesicherten zweiten Platz, dazu sind sie weiter im ÖFB Ladies Cup vertreten. Nach Ende der Herbstrunde zieht Trainer Christian Lang eine erfreuliche Bilanz und verrät dabei, warum gerade eine Niederlage die Initialzündung für die erfolgreiche erste Saisonhälfte war. Fazit: Sturm hat sich zu einer Top-Adresse im österreichischen Frauenfußball gemausert.

Angekommen! Lisa Kolb landete in neun Spielen acht Volltreffer.

Schmerzhafte Abgänge im Sommer

Einen Aderlass im Kader musste Christian Lang, Trainer der SK Sturm Graz Damen, vor dem Beginn seiner zweiten Saison hinnehmen. Die Teamspielerinnen Julia Kofler (Bremen) und Kathi Naschenweng (Hoffenheim) verließen Graz heuer im Sommer ebenso wie Top-Angreiferin Besijana Pireci (Landhaus). Die routinierte Nicole Gatternig zog es heim nach Kärnten und Isabella Posch musste ob ihrer Knieprobleme den Schlussstrich unter ihrer Karriere ziehen. Diesen schmerzhaften Abgängen stehen die Verpflichtung von Lisa Kolb, sie kam von Kleinmünchen, sowie von Stefanie Großgasteiger von den Carinthians gegenüber. Top-Zugang Heather Seybert, eine tolle Fußballerin, plagte das Heimweh. Das US-Girl zog es schon nach vier Runden zurück in die Vereinigten Staaten.

Im THE FIELD in Fernitz werden die Muskeln gestärkt. Athletik-Experte Sebastian Klug (Mitte) ist eine wertvolle Ergänzung des Trainerteams.

Routiniers gehen voran, junge Mädels drängen nach

So mussten eben blutjunge Mädels aus der zweiten Mannschaft, allen voran Modesta Uka, die Teamspielerin des Kosovo, in die Presche springen. Angeführt von den routierten Spielerinnen Anna Carina Kristler, Emiliy Cancienne, Steffi Kovacs und Anna Malle verlief die Vorbereitung sehr gut. Zusätzlich zu den bis zu sechs wöchentlichen Einheiten auf dem Rasen wurden die Muskeln im Fernitzer Fitnessstudio THE FIELD gestählt. Boss Sebastian Klug, ein anerkannter Athletik-Experte, gab den Mädels wertvolle Tipps und ergänzt mittlerweile sogar den Trainerstab der Sturm Damen. Ideal vorbereitet ging es also in die Meisterschaft.

Modesta Uka ist im Herbst richtig aufgeblüht.

 

Start mit Heimniederlage gegen Meister St. Pölten

Die Planet Pure Frauen Bundesliga begann für die Sturm Damen gleich mit einem “Hammer-Match“, dem Heimspiel gegen Serienmeister und Ligakrösus SKN St. Pölten Frauen, die seit Jahren die Liga dominieren. Aber die Sturm-Mädels zeigten zum Saisonstart große Moral und brachten die Niederösterreicherinnen mehrmals an der Rand einer Niederlage. Das Spiel endete dennoch mit 2:1 für St. Pölten. “Diese Niederlage war für uns aber eine Initialzündung. Die Spielerinnen haben nämlich gesehen, dass sie mit dem stärksten Team der Liga durchaus mithalten können“, erinnert sich Lang.

Das erfolgreiche Trainerteam mit Busfahrer Thomas Kerth, Masseur Markus Mussbacher, Co-Trainer Helmut Degen, Cheftrainer Christian Lang, Tormanntrainer Daniel Gutschi, dem guten Geist Alex Neuhold und Damen-Boss Mario Karner (von links).

 

Es folgte eine stolze Siegesserie

Ermutigt durch den starken Auftritt gegen St. Pölten starteten die Sturm Damen eine eindrucksvolle Siegesserie. Nach einem klaren 4:0-Heimsieg gegen den FFC Vorderland strotzten die Girls vor Selbstvertrauen und konnten sich auch gegen die direkten Konkurrentinnen um die Anwartschaft auf den Platz hinter St. Pölten, den SV Neulengbach und die SG USC Landhaus/Austria Wien mit beeindruckenden Leistungen durchsetzen. Beide Teams konnten auswärts, in ORF-Sport+-Livespielen vor tausenden Zusehern, besiegt werden. Der Siegeszug von Emiliy Cancienne und ihren Kolleginnen ging weiter bis zum letzten Match beim FC Bergheim. Nach der Auftaktniederlage gegen S. Pölten waren das acht Siege in Serie, bei einem stolzen Torverhältnis von 35:7. Das macht nach dem Herbstdurchgang Platz zwei in der Bundesliga, drei Punkte hinter St. Pölten und komfortable fünf Zähler vor Landhaus – eine mehr als erfreuliche Bilanz.

Irina Wurzinger ist eine der wertvollen Allrounderinnen im Sturm-Dress.

Eineinhalb Jahre Aufbauarbeit

Diese starke Leistung ist das Ergebnis von eineinhalb Jahren Aufbauarbeit des gesamten Trainerteams rund um Chefcoach Lang. “Es geht in die richtige Richtung, wir haben große Fortschritte gemacht und ich erwarte, dass wir uns noch mehr weiterentwickeln. Wir spielen dominanten Angriffsfußball, arbeiten auch noch in der 90. Minute bei großem Vorsprung mit vollem Einsatz gegen den Ball. Ein ganz wichtiges Element ist, dass wir mit Spielerinnen wie Irina Wurzinger, Jessica Starchl oder Julia Wagner Mädels auf der Bank haben, die sogar noch mehr Qualität ins Spiel bringen, wenn sie eingewechselt werden. Das nimmt den Stamm in die Pflicht, stets die volle Leistung zu bringen. An dieser Stelle möchte ich mich beim ganzen Trainerteam bedanken, das tolle Arbeit leistet. Ich bin eben der, der in der ersten Reihe stehen und die Lorbeeren ernten darf.“

Teamspiererin Celina Degen.

Spielerinnen schielen nach Graz

Den Aufschwung, den der Grazer Damenfußball genommen hat, bleibt auch “Restösterreich“ nicht verborgen. Mit Yvonne Weilharter stellt Sturm eine A-Teamspielerin, ein halbes Dutzend Grazerinnen bildet den Stamm der U19-Nationalmannschaft, auch das U17-Team ist gespickt mit Kickerinnen aus den Reihen des SK Sturm. Und: Nicht selten werden die Mädels um Celina Degen, die die Frauenakademie in St. Pölten besucht, gefragt, warum es so gut läuft beim SK Sturm. Die eine oder andere Top-Spielerin hätte wohl nichts gegen einen Wechsel an die Mur. Ja, der SK Sturm hat sich zu einer Top-Adresse im heimischen Frauenfußball gemausert.

Diese Woche dürfen die Sturm-Spielerinnen übrigens eine verdiente Trainingspause einlegen. Dann wird weiter trainiert bis vor Weihnachten. Und am 17. November steht noch Cup-Spiel bei Bleiburg, dem Leader in der Kärntner Frauen Liga, an.

ÖFB Ladies Cup, 2. Runde/Achtelfinale:

Bleiburg – SK Sturm Damen

Samstag, 17. 11., 14 Uhr, Karl Kornberger Stadion, Bleiburg/Kärnten

Beste Sturm-Torschützinnen in der Bundesliga:

Lisa Kolb (8 Tore) – Platz drei in der Torjägerliste
Modesta Uka (5 Tore)
Emily Cancienne (4 Tore)
Anna Malle (4 Tore)
Yvonne Weilharter (4 Tore)
Stefanie Großgasteiger (3 Tore)

Dauerbrenner/Bundesligaeinsätze bei neun Spielen:

Mak (9 Einsätze), Cancienne (9), Malle (9), Weilharter (9), Degen (9), Großgasteiger (9), Frieser (9), Kolb (9), Starchl (8), Wurzinger (8).