- 14.10.2020, 15:40

"Frauenfußball gehört mehr in den Vordergrund"

Susanne Gorny im Interview

Sie ist die erste Frau im Vorstand des SK Sturm überhaupt, sitzt im Aufsichtsrat der Schwarz-Weißen und ist seit kurzem auch Aufsichtsratsvorsitzende der Frauen AKA – Steiermark Sturm Graz: Susanne Gorny. Ein Gespräch über den Stellenwert der Akademie und erhoffte Erfolge.

Was hat für Sie den Ausschlag gegeben, die Rolle als Aufsichtsratsvorsitzende der Damenakademie zu übernehmen?

Der Fußball begleitet mich schon mein ganzes Leben und in meiner Tätigkeit als Vorstand und Aufsichtsrat bei Sturm Graz habe ich mir vorgenommen, mein Augenmerk unter anderem auf den Frauenfußball zu legen. Er gehört mehr in den Vordergrund gerückt, denn die Mädels leisten großartige Arbeit. Den Nachwuchs zu fördern, ist mir daher ein großes Anliegen.

Welche konkreten Aufgaben haben Sie in dieser Funktion?

Als Aufsichtsratsvorsitzende bin ich mit meinen beiden Kollegen Thomas Tebbich und Alfred Steindl dafür verantwortlich, dass die gemeinsam mit dem steirischen Fußballverband gegründete „Frauen Akademie Steiermark Sturm Graz GmbH“ ordnungsgemäß geführt wird. Ich leite unsere Sitzungen und bin der erste Ansprechpartner für alle Belange des Aufsichtsgremiums. Wir sind ein Kontrollorgan, das sich aber auch zur Aufgabe gesetzt hat, sich aktiv einzubringen, um den Frauenfußball in der Steiermark weiterzuentwickeln.

Wie stufen Sie den Stellenwert der Akademie bezogen auf den Frauenfußball in Österreich ein?

Die Gründung einer eigenen Frauen Akademie im Süden Österreichs war ein wichtiger und notwendiger Schritt um die Ausbildung junger Fußballerinnen zu fördern bzw. erst zu ermöglichen. In der steirischen Fußball-Akademie sollen Spielerinnen nach den neuesten Ausbildungsprogrammen geschult werden. Es ist angestrebt, dass optimale Voraussetzungen geschaffen werden, damit sich die Talente sportlich, schulisch und beruflich entwickeln und zu Persönlichkeiten heranreifen können. 24 Spielerinnen werden derzeit in unserer Akademie ausgebildet. Einige davon sind auch bereits in den verschiedenen Nationalteams vertreten.

"Ein großes Ziel ist es, jungen Mädchen den Fußball näherzubringen und auch Hürden zu überwinden, sich auf eine Fußballkarriere einzulassen."

Susanne Gorny

Welches Standing hat der Frauenfußball Ihrer Ansicht nach bei Sturm Graz?

Wir waren frühzeitige Förderer des Frauensports in unserem Verein. Bereits seit 2011 ist Frauenfußball ein wesentlicher Bestandteil beim SK Sturm und vervollständigt das Vereinsportfolio. Unsere erste Mannschaft spielt in der Frauen Bundesliga regelmäßig um die Top-Plätze mit und ist auch dieses Jahr sehr erfolgreich in die Saison gestartet. In der letzten Saison kam mit Stefanie Grossgasteiger zum ersten Mal die „Krone Fußballerin des Jahres“ aus unseren Reihen – da darf man schon stolz sein!

Welche Erfolge erhoffen Sie sich langfristig von der Akademie?

Ein großes Ziel ist es, jungen Mädchen den Fußball näherzubringen und auch Hürden zu überwinden, sich auf eine Fußballkarriere einzulassen. Wir möchten es schaffen, in den nächsten Jahren Elitespielerinnen auszubilden, die auf höchstem Niveau in den diversen Ligen und auch in den Nationalteams erfolgreich sein können. Und natürlich wollen wir weiterhin eine Akademie-Mannschaft stellen, die in der höchstmöglichen Liga Österreichs vertreten ist.