Frauen - 25.11.2020, 13:39

Damen: Herbst war zufriedenstellend

Die Sturm-Mädels überwintern auf Rang drei | Future Team als Tabellenführer | Die Bilanz fällt überwiegend positiv aus

Sechs Spiele ohne Gegentreffer, 19 Punkte aus neun Spielen, Platz drei nach dem Herbstdurchgang – die Bilanz, die die SK Sturm Graz Damen (am Titelfoto US-Legionärin Emily Cancienne) nach der ersten Hälfte des Spieljahres 2020/21 ziehen können, kann sich durchaus sehen lassen. Pause gibt’s noch keine, trainiert wird bis in den Dezember hinein. Das ist bereits Teil der Vorbereitung auf das Frühjahr.

27 Mal durften die Sturm Damen im Herbst jubeln.

Die Bilanz in Zahlen

Pause! Die SK Sturm Graz Damen haben trotz aller Turbulenzen rundum die Herbstsaison abschließen können und überwintern auf Rang drei in der Planet Pure Frauen Bundesliga. Nach neun Runden halten Kapitänin Jessica Frieser und ihre Teamkolleginnen bei 19 Punkten, die sechs Spiele gegen die vermeintlichen Nachzügler konnten ohne Gegentreffer bei einer Tordifferenz von 26:0 gewonnen werden. Addiert werden muss das 0:4 gegen Ligadominator St. Pölten Frauen, das magere 0:0 daheim gegen Neulengbach sowie die 1:2-Auswärtsniederlage bei der SG Landhaus/Austria in der letzten Herbstrunde. Macht Platz drei in der Liga hinter St. Pölten (27 Punkte) und Landhaus (22) sowie zwei Zähler vor Neulengbach. Gleich drei Sturm-Mädels sind in der Liste der Topscorer vorne mit dabei: Die Slowenin Nina Predanic und Teamspielerin Katja Wienerroither mit je sechs Treffern sowie Jessi Frieser, die fünfmal jubelnd abdrehen konnte.

Julia Magerl zählt mit ihren 17 Jahren zur Sturm-Jungschar.

Mädchen kicken gegen Frauen

Bedenkt man folgende Umstände, ist Platz drei wirklich zufriedenstellend: Mit Celina Degen, Maria Plattner und Stefanie Großgasteiger haben im Sommer drei namhafte Spielerinnen Sturm verlassen. Oder: Im Altersvergleich zeigt sich, wie wacker sich die blutjungen Damen gegen arrivierte Teams schlagen. Trainer Christian Lang: “Wir halten bei einem Altersschnitt von 20 Jahren, Landhaus liegt bei 24 Jahren und St. Pölten gar bei 27 Jahren. Da spielen also jugendliche Fußballerinnen gegen Erwachsene mit weit mehr Routine.“ Auch deshalb zeigt sich Lang mit der Saison zufrieden: “Und auch, weil wir wieder einige Schritte nach vorne gemacht haben. Die Spiele zu Null waren ebenso wichtig wie die Tatsache, dass wir offensiv viel flexibler geworden sind. Auch athletisch haben wir eine gute Entwicklung genommen“, bestätigt Lang, dem allerdings im Magen liegt, dass er mit jenen Spielerinnen kaum üben kann, die die Woche über in St. Pölten im Frauenzentrum sind. “Das sind sechs Spielerinnen, mit denen ich mich freitags nur eine Einheit, genau 50 Minuten lang, auf das nächste Match vorbereiten kann.“

Die stolze Kapitänin Jessica Frieser.

Jung-Kapitänin Jessica Frieser

Eine große Ehre wurde heuer Jessica Frieser zuteil. Mit ihren 19 Jahren hat sie bereits 110 Bewerbsspiele auf dem Buckel, in denen sie 41 Tore für Sturm erzielen konnte. Und seit Sommer 2020 trägt Frieser die Kapitänsschleife der Damen-Bundesligamannschaft. Eine Aufgabe, mit der sie gewachsen ist, starke Leistungen zeigt und Führungsaufgaben übernimmt. Wie sieht “Jessi“ den Herbst: “Ich bin sehr zufrieden mit der Mannschaft, wir haben richtig gute Spiele abgeliefert, haben oft zu Null gespielt, so wie wir es uns vorgenommen haben. Was dazu kommt, ist, dass wir eine Superstimmung im Team haben, wir sind richtig zusammengewachsen. Wir trainieren ja weiter bis vor Weihnachten, das ist der erste Teil der Vorbereitung auf das Frühjahr. Dann greifen wir wieder so richtig an.“

Das erfolgreiche Future Team.

Future Team überwintert als Tabellenführer

Ganz stark unterwegs ist das Future Team, das als Akademie Steiermark – Sturm Graz erstmals in der neu geschaffenen Future League an den Start geht. Unter Trainer Sepp Glauninger, der ja schon die “Erste“ 2013 in die höchste Spielklasse geführt hatte, führen die Schülerinnen aus der Akademie klar die Tabelle an. Die nahezu makellose Bilanz nach sieben gespielten Runden: Sechs Siege, ein Unentschieden – und damit die überlegene Tabellenführung in der Future League. Chris Lang ist nicht nur vom Auftritt der jungen Mannschaften im Debüt-Jahr begeistert, sondern von der kompletten Einrichtung: “Dort sehe ich eine Top-Entwicklung, unser Training ist mit dem des Future Teams abgeglichen. Kurz: Unter Sepp Glauninger wächst dort etwas Großes heran, da ist unglaublich viel Potenzial drinnen.“

 

Ein Streifzug durch den Fußball-Herbst