Kampfmannschaft - 16.05.2018, 00:06

Gänsehaut auch nach 20 Jahren

Am 16. Mai 1998 landete die Bundesliga-Meisterschale erstmals in der Steiermark, im Liebenauer Stadion, beim SK Sturm!

Mit 15.400 Besuchern war das damalige Schwarzenegger-Stadion in Liebenau (wieder einmal in diesem Spieljahr) ausverkauft, als der SK Sturm in der Schlussrunde der Saison 1997/98 Admira/Wacker zu Gast hatte. Und keiner der Fans in Schwarz-Weiß wird diesen Abend jemals vergessen. Der SK Puntigamer Sturm Graz bekam erstmals den Meisterteller überreicht. G’standene Männer weinten und der Meistersekt spritzte, als Ivica Vastic den Teller in den Grazer Nachthimmel stemmte. Gänsehaut pur, bei allen Zeitzeugen auch noch zwanzig Jahre danach …          

Friseurinnen übernahmen Kommando in der Sturm-Kabine

Rückblick auf den 16. Mai 1998: Letzte Meisterschaftsrunde in der Saison, der SK Sturm Graz empfängt in Liebenau Admira/Wacker. Weil der erste Meistertitel der Klubgeschichte ja schon sieben Runden zuvor fixiert worden war, stand das Match eigentlich im Hintergrund, Graz sah ein einziges rauschendes Fest in Schwarz-Weiß, die erste Meisterparty in der Vereinsgeschichte. In der Sturm-Kabine hatte nicht Trainer Ivan Osim das Sagen. Der Fußball-Guru war längst an die Presse-Bar geflüchtet. Es wurde keine Taktik einstudiert. Nein, Friseurinnen, die den Spielern vor dem Ankick die Haare färbten, hatten in den Katakomben das Kommando kurzfristig übernommen. Statt der Begleitkinder standen Samba-Girls standen für Ivica Vastic und seine Kollegen Spalier. Die Admiraner wurden beim 2:0-Sieg von Sturm zu Statisten degradiert. Sie konnten einem leidtun, standen sie doch bereits vor dem Match als Absteiger fest. Gecoacht wurden die Südstädter übrigens vom Slowenen Milan Miklavic, auf dem Feld agierten bei der Admira die späteren Erstligatrainer Jochen Fallmann und Oliver Lederer.

4:0-Sieg gegen den GAK zum Saisonstart

Das 2:0 gegen die Admiraner war der 24. Sieg in der Meisterschaft, die mit der damaligen Rekordpunktezahl von 81 Zählern (Torverhältnis 80:28) für Sturm abgeschlossen werden konnte. Zweiter wurde Rapid mit satten 19 Punkten Rückstand, Dritter der GAK 20 Punkte hinter Sturm. Schon der Meisterschaftsauftakt am 9. Juli 1997 – mit dem die Arena in Liebenau ja offiziell eröffnet wurde – verlief ganz nach dem Geschmack der Schwoazen. Mit einem glatten 4:0-Sieg gegen den damaligen Lokalrivalen aus der Körösistraße, der mit dem von Bayern München gekommenen Klaus Augenthaler einen prominenten Trainer an der Outlinie hatte.

Meisterschale erstmals in der Steiermark

Zurück zum denkwürdigen Saisonfinale: Nach dem Match gegen die Admira standen das Stadion und die ganze Stadt Kopf. Erst wurde in Liebenau der erste Meisterteller in der Klubgeschichte an Sturm-Kapitän Ivica Vastic überreicht. Die Arena bebte, der Sekt floss ebenso in Strömen wie die Tränen. Was danach ablief, geht in die Annalen der Stadt Graz ein. In einem offenen Cabrio-Konvoi wurden Spieler und Trainer auf den Hauptplatz chauffiert, begleitet von 15.000 Fans, die ihre Idole von Liebenau bis ins Zentrum im Spalier begleitet haben und durch den Konfettiregen spazierten. Und dann wurde nur noch gefeiert und in die Nacht hinein getanzt. Den offiziellen Abschluss bildete eine heiße schwarz-weiße Party in der Stadthalle.

Kurzer sportlicher Rückblick:

Das Spieljahr 1997/98 war auch das Geburtsjahr des “Magischen Dreiecks“ bei Sturm, bestehend aus Mario Haas, Hannes Reinmayr und Ivica Vastic, die mit ihren sehenswerten, direkten Ballstaffetten Spiele in Serie entschieden haben. Die Tore hat sich das Trio brüderlich aufgeteilt: Vereinsschützenkönig wurde Mario Haas mit 17 Treffern vor Reinmayr (15) und Vastic (14). Die Torjägerkrone holte sich in diesem Spieljahr übrigens der für den LASK auflaufende Norweger Geir Frigard mit 23 Toren.

Die Fakten zum Meistermatch gegen die Admira:

  1. Runde der Bundesliga, Samstag, 16. Mai 1998, 15.30 Uhr

Schwarzenegger Stadion, 15.400 Besucher (ausverkauft)

Schiedsrichter: Karl Finzinger

SK Sturm Graz – VFB Admira/Wacker Mödling 2:0 (1:0)

Aufstellung Sturm: Sidorczuk; Milanic, Neukirchner (46. Haas), Popovic; Hopfer, Mählich, Martens (64. Kocijan), Reinmayr, Schopp (64. Posch); Spiteri, Vastic.

Tore: Reinmayr (45.), Haas (68./Elfer)