Kampfmannschaft - 31.12.2020, 12:24

2020 – ein Jahr wie kein anderes

Das war das Jahr der Kampfmannschaft

Das Virus tat Sturm im Frühjahr ergebnistechnisch nicht gut. Der Herbst hingegen war phänomenal. Ein Rückblick auf ein Jahr, das man eigentlich nicht ohne Blick zurück beenden kann.

Sturm im Bann des Virus

Vor exakt einem Jahr berichtete die Austria Presse Agentur erstmals von einer „mysteriösen Lungenkrankheit“ in Wuhan. Dass diese nur wenige Monate später (nicht nur, aber) auch den SK Puntigamer Sturm Graz und die tipico Bundesliga stark beeinflussen würde, dachte wohl kaum jemand.

Fußball im Zeichen des Virus: Ein schwieriges 2020 geht zu Ende.

Der Beginn des Jahres 2020 war nämlich ein für Fußball-Verhältnisse sehr normaler. Fabian Koch und Markus Pink verließen den SK Sturm, Lukas Jäger und Kevin Friesenbichler wechselten nach Graz. Mit Winfred Amoah, Niklas Geyrhofer und Dardan Shabanhaxhaj blieben drei Talente im Meisterschaftskader der Kampfmannschaft, zahlreiche weitere junge Kräfte sollten im Sommer folgen. Im UNIQA ÖFB Cup-Viertelfinale unterlagen die Schwarz-Weißen im Februar 0:2 beim LASK. Der Grunddurchgang befand sich in seinen letzten Zügen, Sturm qualifizierte sich ohne zu glänzen für die Meistergruppe. Bis diese aber startete vergingen fast drei Monate. Erst wurden die Runden 23 und 24 verschoben, dann die Liga bis Anfang Mai unterbrochen, am Ende mussten sich die Schwarz-Weißen mit Einzeltrainings und später mit Einheiten in Kleingruppen fithalten. Der Restart der Bundesliga war misslungen: In der Meistergruppe verlor Sturm neun von zehn Spielen. Kurz vor Ende der Meisterschaft stellte Sturm – schon mit Andreas Schicker im Amt als neuem Geschäftsführer Sport – Nestor El Maestro dienstfrei. Thomas Hösele übernahm interimistisch. Währenddessen stellte man in Graz schon die Weichen für die neue Saison. Jon Gorenc-Stankovic wurde aus England geholt, Christian Ilzer als neuer Cheftrainer präsentiert.

Alles neu machte der Sommer

„Christian hatte ein sehr lehrreiches Jahr in Wien, das ihn als Trainer und Mensch weiter geformt hat. Mit dieser Erfahrung, seiner Fachkenntnis als Trainer und Spielerentwickler und seinen Erfolgen passt er ideal nach Graz“, betonte Schicker. Der Geschäftsführer Sport und Nachfolger von Günter Kreissl hatte einen durchwegs unterhaltsamen Sommer: Emanuel Sakic, Lukas Spendlhofer, Markus Lackner verließen den Verein, Christoph Leitgeb beendete seine Karriere. Mit Sandro Ingolitsch, Gregory Wüthrich, Amadou Dante, Andreas Kuen, Francisco Mwepu, Jusuf Gazibegovic und David Nemeth hatte Sturm eine Vielzahl neuer Gesichter in seinem jungen Kader und war damit bestens für den Beginn des neuen Weges vorbereitet. Im Verlauf des Herbstes war bei Sturm aber mehr positiv als erhofft, musste man sich doch auch mit dem einen oder anderen COVID19-Fall herumschlagen. Zudem fielen mit Vincent Trummer und Niklas Geyrhofer zwei Top-Talente quasi über den gesamten Herbst aus, auch Otar Kiteishvili fehlte lang.

Ein richtig starker Herbst

Sportlich verliefen die ersten Meter des neuen, steirischen Weges wie im Traum. Im Cup steht Sturm im Viertelfinale, Siegen über SV Innsbruck (8:0), VfB Hohenems (2:1) und FC Wacker Innsbruck (1:0) sei Dank. Im Februar wartet der First Vienna FC.

Ein Highlight im Herbst: Der Sieg in Salzburg.

Und in der Meisterschaft ist Sturm beinahe makellos bislang. Der Start mit drei Unentschieden war punktemäßig ausbaufähig, doch dann drehte Sturm auf. Von den letzten acht Liga-Spielen gewannen die Grazer sieben, die letzten vier Duelle sogar ohne Gegentor. Mit nur fünf Gegentoren in der Liga ist Sturm Defensiv-Spitzenreiter. Gewinnen die Steirer auch noch den Nachtrag im Jänner gegen den RZ Pellets WAC, sind sie es auch punktemäßig. Und das wäre nicht gerade unverdient: Immerhin hat Sturm bewerbsübergreifend neun Mal im Herbst zu Null gespielt und zehn seiner 14 Spiele gewonnen. So groß die Freude im schwarz-weißen Lager über den Herbst ist, eines war für Christian Ilzer unmittelbar nach dem letzten Spiel im Jahr 2020 klar: „Wir gehen mit einer sehr guten Zwischenbilanz in die Winterpause. Für uns ist es jetzt wichtig, den kurzen Weihnachtsurlaub zu genießen und dann schon den Fokus auf unsere Weiterentwicklung zu richten. Wir wollen unsere Leistungen und das Niveau weiter stabilisieren.“ Ist man so erfolgreich wie Sturm im Herbst, kommt nicht einmal Weihnachten zur rechten Zeit. Immerhin meinte Jakob Jantscher: „Schade, dass die Weihnachtstage kommen, wir haben nämlich einen tollen Lauf.“ Aber wer weiß: Kann Sturm sein Niveau im Frühjahr halten, gibt es am Ende der Saison sicher wieder eine Bescherung. Wie groß das Packerl sein wird, entscheidet sich im Frühjahr. Und hoffentlich wieder mit Fans im Stadion.