- 08.06.2021, 10:24

Nach Australia jetzt Austria

Gregory Wüthrich im Porträt

Zweikampf- und kopfballstark, hungrig und erfahren zugleich: Gregory Wüthrich kam im Sommer von Down Under nach Graz und hat sich bei Sturm bestens eingelebt. Erfolg inklusive.

"Erstmals nach 32 Jahren hat Bern wieder einen Titel geholt. Das war schon sehr speziell, auch weil ich in Bern aufgewachsen bin."

Gregory Wüthrich

Drei Titel mit dem Jugendklub

Seine Tacklings sind präzise wie ein Schweizer Uhrwerk, seine Abwehrqualitäten die eines Bollwerks. Gregory Wüthrich – ein Spieler, den man als Stürmer aufgrund seiner Defensivstärke lieber im eigenen Team hat als im gegnerischen. Das haben sich wohl auch schon viele Spieler in der schweizer Super League oder in der australischen A-League gedacht. In beiden Ligen hat der 26-Jährige gespielt, bevor es ihn nach Österreich gezogen hat. Und das nicht ohne Titel. Drei Mal in Folge holte er mit seinem Jugendverein Young Boys Bern die Meisterschaft, 2017/18 die erste davon. „Der erste Titel war für mich etwas ganz Besonderes. Erstmals nach 32 Jahren hat Bern wieder einen Titel geholt. Das war schon sehr speziell, auch weil ich in Bern aufgewachsen bin und dort die Jugendakademie durchlaufen habe“, erinnert sich Wüthrich zurück an das „bislang größte Erlebnis meiner Karriere“. Und die anderen beiden Titel? „Der zweite war auch gut, beim dritten war ich nur am Anfang noch beim Team.“

In seinem ersten Jahr bei Sturm hatte Wüthrich gemeinsam mit Cheftrainer Christian Ilzer viel Grund zum Jubeln.

Erfahrung am anderen Ende der Welt

Im Sommer 2019 rief kurz nach Meisterschaftsbeginn das Abenteuer Australien, genauer gesagt Perth Glory. „Es war eine super Erfahrung. Ich war das erste Mal wirklich weg von zuhause, da lernst du schon sehr viel“, berichtet der Verteidiger über sein Leben „auf der komplett anderen Seite“. In Europa gehe am Platz alles schneller, das Tempo in Australien sei weniger hoch, auch dank der Temperaturen. Aber: „In der Liga spielt man sehr körperbetont, man muss sich physisch schon durchsetzen können“, betont der Berner, der maximal seine Gegner, nicht aber die berüchtigte australische Tierwelt fürchten musste. „Ich muss sagen, da habe ich wenige negative Erfahrungen gemacht und auch nichts mit Spinnen und Schlangen zu tun gehabt. Ich habe aber auch extra eine Wohnung in der Stadt genommen, noch dazu im obersten Stockwerk“, lacht Wüthrich.

„Wollte ein Teil davon sein“

Graz sei Bern sehr ähnlich, weswegen sich der Defensivmann nun auch in der steirischen Landeshauptstadt richtig wohlfühlt. Das bestätigten auch seine Leistungen in der abgelaufenen Saison. In 23 Spielen mit ihm am Feld kassierte der SK Puntigamer Sturm Graz nur 26 Gegentore. Dass es mannschaftlich gesehen so gut läuft bei den Schwarz-Weißen, erwartete sich zu Saisonbeginn nicht jeder Fußballkenner. Der 1,92 Meter große Abwehrmann merkte aber früh, dass der Neustart des SK Sturm Früchte tragen kann.

Nach einer heißen Saison kann der Verteidiger nun in der spielfreien Zeit wieder kühlen Kopf bekommen.

„Ich habe zu Beginn tabellentechnisch keine großen Vorstellungen gehabt. Mir war das Projekt mit dem Umbruch sehr wichtig bei meiner Entscheidung nach Graz zu wechseln. Ich wollte ein Teil davon sein. Gemeinsam mit dem Trainerteam hat die Mannschaft viel Potenzial.“ Das hat sich in der letzten Saison auch gezeigt. Sturm wurde das zweitbeste Heimteam der Liga, verfügte über die zweitstärkste Defensive der Liga – auch dank Gregory Wüthrich. „Schon im Sommer-Trainingslager habe ich gemerkt, dass die Qualität stimmt. Da habe ich mir bereits gedacht, dass einiges möglich sein kann in dieser Saison. Nach einem holprigen Start haben wir dann einen richtig tollen Herbst gespielt. Spätestens da war klar, dass heuer Großes möglich ist.“ Platz drei in der Endabrechnung und somit ein Fixplatz für eine internationale Gruppenphase in der neuen Saison bestätigen das.

Dieses Porträt stammt in seiner ursprünglichen Form aus der 15. Saison-Ausgabe des SturmEcho LIVE. Das gesamte schwarz-weiße Stadionmagazin können Sie hier nachlesen.