- 29.07.2021, 08:29

Technikgenie und Offensivstütze

Otar Kiteishvili im Porträt

Otar Kiteishvilis Reise beim SK Sturm ist noch lange nicht zu Ende. Mit einem frischen Vertrag im Gepäck geht es für den quirligen Mittelfeldspieler im Herbst quer durch Europa.

Oft nur durch ein Foul zu stoppen: Otar Kiteishvili.

In Kürze ein Hunderter

Es gibt Vertragsverlängerungen, die mehr sind als nur eine zeitliche Verlängerung eines Arbeitsverhältnisses. Im Falle von Otar Kiteishvili ist sie ein Ausrufezeichen. Kurz vor Saisonbeginn unterschrieb der Georgier vorzeitig um zwei weitere Jahre und somit einen neuen Vertrag bis 2024. „Ich bin sehr glücklich über den neuen Vertrag. Es war mir wichtig, dass die Sache noch vor Saisonbeginn geklärt ist. Jetzt kann ich mich voll auf die neue Saison konzentrieren“, betonte der technisch versierte Mittelfeldspieler vor dem Meisterschaftsauftakt gegen den FC Red Bull Salzburg. Wenn alles nach Plan läuft, wird der 25-Jährige früh in der neuen Spielzeit sein 100. Pflichtspiel für den SK Puntigamer Sturm Graz absolvieren. Momentan hält er bei 98 Partien in Schwarz-Weiß, in denen er 19 Mal selbst traf und 17 weitere Tore vorbereitete. „Es ist kein Geheimnis, dass Otar einer der wichtigsten Spieler in unserem Kader ist. Seine Tempodribblings und seine letzten Pässe können in jedem Spiel den Unterschied ausmachen und in der Offensive ist er einer der besten Spieler der Liga. Dass er sich trotz anderer Möglichkeiten für uns entschieden hat, spricht extrem für seinen Charakter", betonte Geschäftsführer Sport Andreas Schicker im Zuge der Vertragsverlängerung. Und Kiteishvili selbst? "Ich fühle mich in Graz extrem wohl, das Umfeld ist hervorragend und ich freue mich sehr auf die europäische Gruppenphase und die kommenden Herausforderungen mit meinem SK Sturm."

"Die internationalen Spiele sind natürlich ein Zuckerl."

Otar Kiteishvili

Die Sehnsucht nach Europa

Die zumindest acht Spiele im Europacup, die auf die Grazer im Herbst warten, waren wohl sicherlich ein Mitgrund für seinen Verbleib in der steirischen Landeshauptstadt. „Die internationalen Spiele sind natürlich ein Zuckerl“, sagt der 23-fache georgische Nationalteamspieler. Sturm sehnte sich in den letzten Jahren förmlich nach einer Gruppenphase auf dem internationalen Parkett. Nach einer tollen Vorsaison und dem starken dritten Platz in der Endabrechnung ist es nun wieder soweit. In weniger als einem Monat bestreiten die Steirer das Playoff zur UEFA Europa League Gruppenphase. Sollte Sturm diese Hürde nicht nehmen, geht es immerhin in der neu geschaffenen UEFA Europa Conference League weiter. Zuletzt spielten die Schwarz-Weißen 2011 in einer europäischen Gruppenphase und trafen dabei auf Lok Moskau, AEK Athen und RSC Anderlecht. Damals reichte es zu einem Auswärtssieg in Griechenland. Für die kommende Europacup-Saison hat Kiteishvili aber vor allem ein Ziel: „Wir wollen zeigen, dass wir zurecht international spielen. Wir werden uns für die Europacup-Spiele genau so vorbereiten, wie für alle anderen Spiele auch und freuen uns natürlich schon sehr auf diese Aufgaben.“ Davor heißt es für das Team von Trainer Christian Ilzer aber in der Meisterschaft Selbstvertrauen für den heißen Tanz in Europa zu gewinnen. „Ich denke, dass wir wieder ein sehr gutes Kollektiv sind und erfolgreich sein können. Wir haben viel Arbeit vor uns, werden diese aber bestmöglich erledigen“, meint Kiteishvili.

Der georgische Teamspieler fühlt sich in der Steiermark sichtlich wohl - wie etwa auch beim Shooting anlässlich seiner Vertragsverlängerung.

Eine Rückkehr als Motivationsboost

Nachdem den Offensivkünstler in der abgelaufenen Saison kleinere Verletzungen das eine oder andere Mal bremsten, stieg er für Sturm mächtig ins Gaspedal. Das will er auch in der vor kurzem gestarteten Meisterschaft wieder machen: „Nach der letzten Saison hoffe ich vor allem, dass ich fit bleibe und in jedem Spiel einhundert Prozent geben kann.“ Und das hofft wohl nicht nur der Wirbelwind selbst, sondern der ganze Verein. Kiteishvili hat sich längst eingegliedert in die erfolgreiche Reihe georgischer Spieler in Graz. Nach David Mujiri, Giorgi Shashiashvili, Giorgi Popkhadze und Ilia Kandelaki ist er der bereits fünfte Spieler seines Landes, der für den SK Sturm aufläuft. „Georgier bei Sturm? Das passt ganz einfach! Graz scheint ein erfolgreicher Ort für uns zu sein“, meinte er einst in den Monaten nach seiner Ankunft in Graz. Die Aussage ist schon ein paar Tage alt, ist Kiteishvili doch schon seit 2018 ein Schwarz-Weißer. An Aktualität hat sie allerdings nichts verloren. Und so will Otar Kiteishvili auch in der neuen Saison vorangehen und den SK Sturm erfolgreich machen. „In der Meisterschaft möchten wir ganz einfach so viele Punkte wie möglich holen und für jeden Punkt kämpfen.“ Die zurückgewonnene Stimmung in der ADMIRAL Bundesliga treibt den Georgier zusätzlich an, das Publikum ist zurück in den Stadien. „Es ist ein großartiges Gefühl, die Fans wieder bei uns zu haben. Es ist immer einzigartig, mit einer solchen Unterstützung Fußball zu spielen.“ Kiteishvili ist also froh, solche Fans zu haben. Und umgekehrt: Alle Schwoazen sind wohl froh, einen solchen Kiteishvili zu haben.

Dieses Porträt stammt in seiner ursprünglichen Form aus der 1. Saison-Ausgabe des SturmEcho LIVE. Das gesamte schwarz-weiße Stadionmagazin können Sie hier nachlesen.