Sonstiges - 23.08.2019, 04:04

Legende Hannes Reinmayr ist 50

Sturm-Hero und Teil des magischen Dreiecks feiert runden Geburtstag

Er war mit Ivica Vastic der wohl balltechnisch beste Sturmspieler aller Zeiten: Hannes Reinmayr, der zusammen mit Ivo und Mario Haas das unvergessene „magische Dreieck“ der Ära Ivan Osim bildete. Heute, am 23. August, feiert Hannes seinen Fünfziger.

Hannes Reinmayr anno 1995.

Eine bewegte Karriere

Geboren wurde Reinmayr in Kaiserebersdorf im elften Wiener Gemeindebezirk Simmering. 1987 kam er zur Wiener Austria, wo er im starken Kader mit Wohlfahrt, Obermayer, Zsak, Pfeffer, Prohaska, Prosenik, Schinkels, Hörmann, Nyilasi, Drabits, Ogris mit 18 Jahren zu Kurzeinsätzen kam. 1988 wurde er an den Zweitdivisionär FC Salzburg verliehen und wanderte dann als Riesentalent zum Wiener Sportclub, zur Vienna – wo er Stammspieler wurde – und zum FC Linz (dem Nachfolgeklub von VÖEST Linz). 1992 wagte Hannes erfolgreich den Sprung in die deutsche Bundesliga. Beim MSV Duisburg war er bis 1994 43 Mal im Einsatz, erzielte fünf Tore und feierte unter Teamchef Herbert Prohaska 1993 sein Teamdebüt in der WM-Qualifikation gegen Schweden (1:1). Seine Teamkameraden damals: Wohlfahrt, Walter Kogler, Stöger, Herzog, Polster und Pacult. 1994 wechselte Hannes zu Bayer Uerdingen, wo ihn Verletzungspech ausbremste. Pech für ihn, Glück für Sturm.

Das magische Dreieck Reinmayr, Haas und Vastic.

1995 bis 2002 bei Sturm Graz

Hannes Kartnig und Heinz Schilcher griffen im Sommer 1995 sofort zu, als Reinmayr einen Neustart in Österreich plante. Gemeinsam mit Roman Mählich, der aus Innsbruck kam, sollte er Sturm-Geschichte schreiben. Es wäre nicht Ivica Osim gewesen, hätte er den Supertechniker nicht lange warten lassen. Hannes war zwar 1996 beim ersten Pokalsieg (3:1 gegen Admira-Wacker, Reinmayr legte zum 2:0 auf) dabei, „doch als Sturm Giuseppe Giannini im Sommer 1996 engagierte, dachte ich bereits an einen Klubwechsel“, erinnert er sich.

Nach dem Giannini-Abgang im April 1997 ging sein Stern in Graz auf. In der neuen Liebenau-Arena entstand das „Sturm-Wunderteam“: Sidorczuk (Goriupp); Foda; Popovic, Milanic, Posch; Schopp, Schupp, Mählich, Reinmayr, Neukirchner, Prilasnig, Hopfer; Vastic, Haas, Kocijan, Spiteri. Und am 10. März 1998 wurde beim 3:1-Sieg Sturms im Hanappi-Stadion gegen Rapid von den Medien das „magische Dreieck“ geboren. Reinmayr zweimal und Vastic waren die Torschützen bei dem Sieg, der das Tor zum Titel öffnete.

Hannes Reinmayr in Aktion.

58 Tore in 252 Pflichtspielen

Hannes Reinmayr erzielte für Sturm in 252 Pflichtspielen (Meisterschaft, Cup, Champions League) 58 Tore, er wurde mit Sturm zweimal Meister (1998, 1999), dreimal Pokalsieger (1996, 1997 und 1999), dreimal Supercup-Sieger (1996, 1998, 1999), er wurde mit Sturm Vizemeister 1996, 2000 und 2002 und nahm dreimal an der Champions League (1998, 1999 und 2000) teil. 2000 sicherte er mit dem Goldtor bei Feyenoord Rotterdam in der 56. Minute den dritten Einzug in die CL. Es folgten die Traumspiele gegen Galatasaray (3:0 und 2:2 im Ali-Sami-Yen-Stadion), gegen Monaco (2:0) und Glasgow Rangers (2:0). Der CL-Gruppensieg war der Höhepunkt.

“Reini“ im ÖFB-Team mit Mario Haas und Markus Schopp (v. r.).

14 Mal im Team und bei der WM in Frankreich

Aber auch im Nationalteam konnte er von 1997 bis 1999 aufzeigen, brachte es auf 14 Einsätze und vier Tore. Auf die Teilnahme bei der WM 1998 in Frankreich mit Schopp, Neukirchner, Wetl, Mählich, Haas und Vastic unter Teamchef Herbert Prohaska ist Hannes Reinmayr noch heute stolz. Das bittere 0:9 in Spanien 1999 war das Ende der Ära Prohaska und auch der Schlusspunkt hinter Reinmayrs Teamkarriere.

Als 2002 die Ära Osim zu Ende ging, wechselte Hannes zum 1. FC Saarbrücken, wo Heri Weber Sportchef war. Nach dem Intermezzo im Saarland half er 2003 dem SV Mattersburg zum Titel der zweiten Liga und zum Wiederaufstieg. Seine Spielerkarriere ließ er 2003 bis 2007 bei St. Andrä ausklingen, wo Klubchef Rieger die Basis für den Aufstieg und die spätere Fusion mit dem Wolfsberger AC legte.

Seit 2007 ist Reinmayr als Trainer tätig

Zahlreiche Trainerstationen

Als Trainer begann Reinmayr, der in der Steiermark seine zweite Heimat fand, 2007 unter Präsident Hans Rinner als Chef der Sturm Amateure, 2008 bis 2010 war er Kotrainer bei Austria Kärnten. Nach Tätigkeiten bei Kalsdorf, Thalheim und Gössendorf arbeitete Hannes 2013/14 als Sturm-Scout. In den letzten fünf Jahren trainierte der junge Vater den SV Gleinstätten, Fürstenfeld, Tobelbad, DSV Leoben und kurz Pöllau. Seit Juli 2019 coacht der junggebliebene Fünfziger nun Werndorf im Süden von Graz.

Die Sturmfamilie wünscht ihrer Legende zum Fünfziger viel Gesundheit, Erfolg als Trainer und privates Glück.