Sonstiges - 26.11.2019, 13:42

Otmar "Ottl" Macher verstorben

Die Sturmfamilie trauert

Im 80. Lebensjahr starb der am 28. Mai 1940 geborene Sturmspieler Ottl Macher. Der Grazer begann in den 1950er Jahren im Sturm-Nachwuchs unter Josef Mikulic, wo er mit einem starken „Linken“ bald auffiel.

In der steirischen Jugendauswahl machte er sich einen Namen. Gemeinsam mit Kurt Reisinger, Hansi Schröttner, Eduard Finding, Günter Paulitsch, Franz Reiter, den Gombocz-Brüdern sowie Engelbert Wagner bildete er die starke junge Garde des SK Sturm.

Sein Debüt in der Ersten feierte Macher an seinem 19. Geburtstag in der Staatsliga B beim 3:1-Auswärtssieg über Liga-Spitzenreiter Wiener Neustadt. Eine Woche später fand in der Gruabn beim 3:0 über Stadlau die Eröffnung der erstmals mit einem „englischen“ Rasen ausgestatten Gruabn. Die damalige Mannschaft unter Trainer Ludwig Durek: Paulitsch; Peindl, Neuhold, Anton Reiter; Macher, Jarc; Fischer, Finding, Mühlbauer, Tautscher, Klug.

Im Herbst 1960 machte Sturmtrainer Janos Szep den „Aufbauläufers“ und Verteidiger zum Stammspieler in der damaligen zweiten Division, der Regionalliga Mitte. Der Aufstieg wurde mit einem 2:3 in Kapfenberg gegen Kolar, Puschnik und Gollnhuber knapp verpasst. Sturm spielte damals mit Mikscha; Schröttner, Neuhold, Jarc; Höfler, Macher; Klug, Hauser, Heli Wagner II, Tautscher, Reisinger.

1962/63 erlitt Sturm durch den Unfalltod des 23jährigen Hansi Schröttner und durch den Abgang von Pepi Neuhold zu Wacker Innsbruck Verluste, auch Burli Wolf kämpfte mit einer Langzeit-Verletzung. der Ottl Macher spielte unter Trainer Alajos Lörinczy im Aufstiegskampf gegen Kapfenberg  im gesamten Frühjahr als Stopper. Das war damals die zentrale Abwehrposition. Dabei blieb`s auch 1963/64 unter Rudolf Suchanek, als Sturm endlich wieder Meister wurde und in die Staatsliga aufstieg. Das legendäre Entscheidungsspiel am 9. Mai 1964 bestritt Sturm gegen Austria Klagenfurt mit Mikscha; Aigner, Macher, Swoboda; Wolf, Sajko; Kropf, Wagner, Grcic, Medle, Reisinger und siegte durch Tore von Wolf, Heli Wagner und Ivan Medle (2) mit 4:1.

Im Staatsligajahr 1964/65, das mit einem unglücklichen Abstieg endete, kam Ottl Macher nur zu Beginn der Herbstsaison zum Einsatz, dann warf ihn eine Verletzung zurück und Hans Gombocz machte den Stopper.

In der Saison 1965/66, als Sturm mit Trainer Karl „Waschi“ Adamek abermals die Aufstieg schaffte, war Macher wieder dabei. Vor allem im erfolgreichen Frühjahr 1966 war er als rechter Außenverteidiger und als Läufer stets eine Stütze – so auch beim für den Aufstieg entscheidenden Spiel in Donawitz im Mai 1966 in der Truppe Mikscha; Ruß, Wolf, Neuhold; Macher, Berek; Horvath, Jank, Medle, Murlasits, Reisinger.  Im Nationalliga-Jahr 1966/67 spielte er unter Trainer Franz Fuchs im Herbst noch fünf Spiele. In weiterer Folge wechselte er nach Pinkafeld in die Regionalliga Ost. 1968 kehrte Macher zu Sturm zurück und wurde 1969 von Anton „Burli“ Wolf in die Unterliga Süd zu Mureck geholt. Wolf war dort Trainer und erreichte zwei zweite Plätze. 1971 beendete Macher seine Karriere.

Insgesamt bestritt der Eigenbauspieler Ottl Macher 77 Meisterschaftsspiele für Sturm. Seine Karriere hätte noch spektakulärer verlaufen können, doch er war – wie sein Sohn, Antenne Steiermark Moderator Markus Terrant erzählt – immer ein lieber, lustiger Kerl, der am Leben seine Freude hatte.

Die letzte Freude erfüllte ihm Sturm, als im Herbst 2016 die Meistermannschaft von 1966 zum fünfzigjährigen Jubiläum des letzten Aufstieges ins Oberhaus geladen war. Franz Mikscha, Hans Gombocz, Fredl Horvath, Heli Wagner und Walter Fuchs kamen damals gemeinsam mit Ottl Macher zum Spiel gegen den Wolfsberger AC (3:0).

Die Sturmfamilie wird Macher ein ehrendes Andenken bewahren und wünscht den Angehörigen viel Kraft.