Sonstiges - 30.12.2019, 00:45

Thomas Tebbich blickt zurück

Sturms Geschäftsführer Wirtschaft hat ein intensives Arbeits- und Jubiläumsjahr hinter sich

Thomas Tebbich, seit Sommer 2016 Geschäftsführer Wirtschaft des SK Puntigamer Sturm Graz, zieht Bilanz über das Jahr 2019 und den nicht unbeträchtlichen Aufwand rund um die Jubiläumsveranstaltungen. Positive Bilanzen freuen den ehemaligen Zehnkämpfer, sind aber zugleich auch Ansporn, neue Rekorde anzupeilen.

 

Ein Routinejob ist für Thomas Tebbich jener des Sturm-Geschäftsführers sicher nicht.

Du bist im Sommer 2016 zu Sturm gekommen. Es ist also deine vierte Saison-Halbzeit als Geschäftsführer Wirtschaft des SK Sturm. Kehrt bei so einem Job jemals Routine ein?

Nein! Wenn man für insgesamt sieben Abteilungen innerhalb des Vereines verantwortlich ist, definitiv nicht.

War das Jubiläumsjahr – 110 Jahre – dein bisher intensivstes?

Ja, mit der Gala im Jänner mit 500 Gästen, der Ausstellung im Graz Museum, den Aktivitäten am 1. Mai, der Erstellung und der Präsentation des Leidbildes im Orpheum, zu der 600 Leute kamen sowie der Abschlussveranstaltung in der List-Halle mit 600 Gästen, kann man – neben dem normalen Fußballbetrieb – von einem intensiven Jahr sprechen. Dafür sind 2020 keine so großen Sprünge geplant, da besinnen wir uns unserem Leitbild folgend auf unsere Bodenständigkeit.

Während sportlich beim SK Sturm sicherlich einiges mehr drinnen wäre, lieferst du Jahr für Jahr positive Zahlen ab. Heißt das, dass du zufrieden sein kannst?

Wenn Sturm Gewinne erzielt, kann man natürlich zufrieden sein. Aber ich komme aus dem Leistungssport, bleibe hungrig und will erzielte Rekorde übertreffen.

Wie sieht die aktuelle Bilanz aus? Sturm hat ja wieder ein Plus erwirtschaftet …

Ja, diesmal war es ein fünfstelliger Betrag.

Seit Tebbich die wirtschaftlichen Geschicke des SK Sturm leitet, sind die Zahlen stark gestiegen.

Wie haben sich die Zahlen seit deinem Einstieg bei Sturm 2016 entwickelt?

Sehr gut. Zum Start 2016 lagen wir beim Merchandising bei 480.000 Euro, heute ist es eine Million; im Sponsoring konnten wir uns von 4,8 auf 5,8 Millionen Euro steigern und auch die Zahl der Mitglieder wächst ständig.

Erfreulich: Die Mitgliederzahl hat die magische Dreitausendergrenze überschritten. Gibt es 2020 zusätzliche Maßnahmen, sich in diesem Bereich weiter zu steigern?

Die Dreitausendergrenze ist erreicht. Fünf gastronomische Botschaften wurden dazu steiermarkweit eingerichtet, auch Mitgliederboxen im Stadionareal. Wir versuchen, die Mitgliederzahl durch attraktive Veranstaltungen und Zusatzleistungen stets zu steigern.

Wie funktioniert eigentlich die Zusammenarbeit mit Günter Kreissl? Er gibt als Geschäftsführer Sport sozusagen das Geld aus, du, als Wirtschafts-Boss, musst versuchen, zu sparen. Da gibt es doch Reibungspunkte?

Das kann man so nicht sagen. Besonders deshalb nicht, weil Sturm viele Einnahmen aus außerordentlichen, nicht budgetierten Transfers lukriert, ebenso durch internationale Spiele.

“TT“ hier mit Ronald Zentner, Verkaufsdirektor von Sponsor Puntigamer.

In Gössendorf traben bald Luxuspferde auf dem ehemaligen Trainingsgelände. War es die richtige Entscheidung, zu verkaufen? Oder ein notwenige?

Wir haben das Trainingszentrum in Gössendorf aus keinem Zwang heraus verkauft. Die Bedingungen waren durch die Anrainer nicht optimal. Und es hat sich die einmalige Chance aufgetan, einen Käufer für dieses Areal zu finden. Jetzt wird eben in Messendorf trainiert; und die Damen haben am Postplatz ein neues Zuhause gefunden. Trotzdem sind wir auf der Suche nach einer infrastrukturellen Weiterentwicklung.

Liegt der SK Sturm auch beim Zuschauerschnitt im Soll?

Da haben wir Luft nach oben. Freilich sind wir in dieser Angelegenheit immer von der Performance der Mannschaft abhängig, aber zurzeit liegen wir wieder bei rund 10.000 Besuchern pro Heimspiel.

Könnte sich der SK Sturm einen möglichen Aufstieg der Amateure in die zweithöchste Spielklasse leisten?

Wir nehmen einen möglichen Aufstieg der Amateure in unsere Überlegungen bezüglich der Lizenzierung für das Spieljahr 2020/21 mit auf.

Thomas Tebbich mit Präsident Christian Jauk in der Merkur Arena.

Wie geht es eigentlich mit dem Ausbau der Merkur Arena weiter?

Dort sollte mit der Errichtung des Sporttagungszentrums, was einem Ausbau des VIP-Klubs von 700 auf 1.000 Plätze gleichkommt, bis 2021 wird der nächste Schritt erfolgen.

Braucht Sturm ein eigenes Stadion?

Selbstverständlich! Aus wirtschaftlichen, sportlichen und emotionalen Gründen.

Ist ein Winterurlaub mit der Familie drinnen?

Ganz sicher werde ich meine Akkus aufladen und endlich wieder Sport betreiben.

Dein Appell an die Sturm-Familie 2020 betreffend:

Ich würde mir einen wertschätzenderen Umgang wünschen, mehr Zusammenhalt und, dass jeder für jeden da ist. Gemeinsam haben wir einfach mehr Power.