Sonstiges - 03.01.2020, 05:59

Der „Eiserne“ Mandi Steiner ist 70

Eine Legende in Schwarz-Weiß

Am 3. Jänner feiert Mandi Steiner seinen siebzigsten Geburtstag.  In seiner Ära – von 1972 bis 1984 – verkörperte er den Sturm-Geist schlechthin. Ein Kämpfer, ein dynamischer Antreiber und Mannschaftskapitän, eben der „Eiserne“. Und ein offener, immer fröhlicher Mensch, der sich in die Herzen der Sturmfans spielte.

Manfred Steiner 2009 im Kreise vieler Sturm-Oldies.

Allroundsportler Steiner

Mandi war als gebürtiger Murauer ein Allroundsportler, der sich ursprünglich im nordischen Skisport – im Langlauf und Springen – einen Namen in der Steiermark machte. Schließlich aber siegte das runde Leder. 1968 landete er beim SC Bruck in der Landesliga, wechselte 1970 zu Kapfenberg in die Regionalliga, ehe er am 1. August 1972 seinen ersten Vertrag bei Sturm unterschrieb. Präsident war damals der junge, 30-jährige Hans Gert, Trainer der 35-jährige Deutsche Adolf Remy. Die Sturmtruppe war stark verjüngt, Abwehrchef Heinz Ruß war verletzt und Walter Fuchs ging als Freekicker in die Staaten. Sturm rutschte in eine Krise, Karl Schlechta übernahm Ende Oktober 1972 das Traineramt und rettete Sturm am grünen Tisch im Zuge der Maul- und Klauenseuche vor dem Abstieg.

Steiner mit seinem ehemaligen Teamkollegen Walter Saria.

“Elf Steiner müsste man haben“

1973 ging dann der Stern des SK Sturm und des Mandi Steiner auf: Unter der Vaterfigur Karl Schlechta startet Sturm einen gigantischen Erfolgslauf im Herbst, zwei Steiner-Bombentore gegen den LASK vor 18.000 in Liebenau sicherten die Tabellenführung, die Mittelfeldachse Rosner (Peintinger), Seneca, Steiner war eine Klasse für sich. Sturm schaffte 1974 vor dem GAK den Einzug in die Zehnerliga. Zwei Glanzjahre für Mandi Steiner folgten: Die Mannschaft Muftic (Saria, Benko); Wirth (Ruth), Ruß, Heri Weber, Helmut Huberts; Pichler, Seneca, Steiner; Kulmer, Stendal, Jurtin setzte Highlights mit einem 4:0 gegen Rapid, einem 3:0 und 4:2 (in Wien) gegen Austria, erreichte das Pokalfinale und den Einzug in den Pokal der Cupsieger. 1975 der vorläufige Höhepunkt: Nach den tollen Spielen im Europapokal der Cupsieger gegen Slavia Sofia und Haladas Szombathely wird Mandi Steiner von Teamchef Branko Elsner ins Nationalteam berufen. In der EM-Qualifikation spielt er beim 1:2 in Budapest und beim 0:1 in Wrexham gegen Wales. Branko Elsners Satz: „Elf Steiner müsste man haben, dann wären wir siegreich geblieben“, geht in die Geschichte ein.

Mandi mit Walter Hörmann.

Symbol für Vereinstreue

1976 wird zum „Seuchenjahr“ für den Mandi:  Mit einer Knochenverletzung fällt er fast ein Jahr lang aus, erlebt nur sporadische Einsätze. Der frühe Tod von Präsident Hans Gert trübt zusätzlich die Stimmung. Doch ab 1977 erlebt Steiner unter den Trainern Günter Paulitsch, Otto Baric und Gernot Fraydl neue Höhepunkte. 1978, nach dem Karriere-Ende von Heinz Ruß, wird er Sturm-Kapitän. 1980 Herbstmeistertitel, 1981 Vizemeister und UEFA-Pokal-Höhepunkte gegen ZSKA Moskau und IFK Göteborg, schließlich 1983/84 die UEFA-Pokal-Serie gegen Bukarest, Verona, Leipzig und Nottingham. Zwar trugen ihm seine Härte und Kompromisslosigkeit im Laufe der Karriere einige rote Karten ein, Steiner war aber ein stets respektierter Sportsmann und sein Kampfgeist half Sturm über so manchen Durchhänger hinweg.  Er ist ein Symbol für Vereinstreue: 13 Jahre hielt er als Spieler dem Klub die Treue, weitere Jahre als Trainer. Nach Differenzen mit Trainer Hermann Stessl beendete Steiner im Spätherbst 1984 seine aktive Karriere. 343 Pflichtspiele – Meisterschaft, Pokal, Europacup – und 20 Tore sind seine stolze schwarzweiße Bilanz.

Seit 2017 ist Manfred Steiner offizielle Sturm-Legende.

Derby-Sieg als Trainer

Ab Sommer 1985 wirkte Steiner als Sturm-Unter-21-Trainer und nach der Übernahme der Ersten durch Franz Mikscha war er Ko-Trainer. Das blieb er auch unter Professor Walter Ludescher 1986 bis 1988. Nach dem Abgang von Walter Ludescher im Oktober 1988 saß Steiner gemeinsam mit Robert Kaiser beim 4:0-Derby-Sieg auf dem GAK-Platz auf der Sturm-Bank. In seinen ersten Jahren bei Sturm war Mandi Steiner beruflich in Kapfenberg bei den Böhlerwerken tätig und pendelte täglich mit dem Zug – übrigens gemeinsam mit Heinz Ruß – nach Graz zum Training und zu den Spielen. Dann übersiedelte er mit seiner Frau nach Graz und sicherte sich seinen Lebensunterhalt mit einem Pokalgeschäft auf dem Grazer Lendplatz. Heute widmet sich Mandi der Muße, dem Freizeitsport und dem Schwammerlsuchen. Seit 2009 ist er Sturm-Jahrhundertspieler und seit 2017 offizielle Sturm-Legende. Er ist aber immer zur Stelle, wenn Sturmfans oder karitative Organisationen nach Sturm-Legenden rufen.

Die Sturmfamilie gratuliert Mandi zum Siebziger und wünscht ihm viele Jahre in bester Gesundheit.