Sonstiges - 28.12.2020, 00:35

Thomas Tebbich blickt auf ein hartes Jahr zurück

Leere Kassen, leere Tribünen, aber Fans, auf die einmal mehr Verlass ist

Sturms Geschäftsführer Wirtschaft zieht Bilanz über das außergewöhnliche Jahr 2020. Über die der Pandemie geschuldeten zusätzlichen Herausforderungen, finanzielle Hürden und leere Stadien. Und “TT“ verrät auch, was man braucht, um längstdienender Geschäftsführer des SK Sturm zu werden.

Für den Wirtschaftlichen Geschäftsführer des SK Puntigamer Sturm Graz muss das stürmische Jahr 2020 ja der reinste Horror gewesen sein?

Es war extrem herausfordernd durch die gestiegene Komplexität und zusätzliche Aufgaben wie das Handling der Kurzarbeit oder das Abarbeiten der vielen zusätzlichen Dokumente. Das war ein Wahnsinnsaufwand.

Es hat ja schon im Frühjahr einen satten Abgang gegeben, oder?

Dass der Abgang im Frühjahr 1,2 Millionen Euro betrug, ist bekannt. Das einzig Gute ist, dass die Liquidität des Vereines stabil geblieben ist und dass man sich derzeit um den Fortbestand des SK Puntigamer Sturm Graz keine Sorgen machen muss.

Und wie schaut es nun, nach der Herbstmeisterschaft, finanziell aus?

Gut für uns ist, dass der Sportligenfonds einmal bis zum Jahresende verlängert worden ist, daraus haben wir bisher 400.000 Euro bekommen. Jetzt reichen wir die dritte Phase ein und hoffen auf weitere Förderungsmittel.

Darf der SK Sturm weiter auf Unterstützung durch die Liga oder die öffentliche Hand hoffen?

Entscheidend für die Zukunft wird sein, wie das wirtschaftliche Ergebnis am 30. Juni 2021 ausfallen wird. Wir brauchen dringend eine Zusicherung der Verlängerung des Sportligenfonds und die Unterstützung durch Stadt und Land bis Sommer 2021.

Wie dick muss das Fell sein, wenn die erlaubten Zuschauerzahlen im Wochentakt rauf- und runterreguliert werden, um dann die Stadien endgültig zu sperren?

Da gab es tägliche Besprechungen mit den einzelnen Abteilungsleitern, um das bestmögliche Ergebnis für unsere Fans auszuarbeiten und zu kommunizieren.

Was braucht es, längstdienender Geschäftsführer des SK Sturm zu werden?

Vor allem eine dicke Haut, hohe Einsatzbereitschaft und viel Erfahrung im Sportmanagement. Ich war es als Leichtathlet gewohnt, hohe Ziele zu verfolgen, sonst hätte ich nicht über 8.000 Punkte im Zehnkampf erreicht.

Wie fühlt es sich an, bei einem Match ohne Fans im Stadion zu sein?

Wie Weihnachten ohne Christbaum. Die Emotion, die Energie fehlt. Gerade bei Sturm mit der großartigen Fankurve. Ein Wahnsinn eigentlich, dass unsere Spieler wie Jon Gorenc-Stankovic, David Nemeth oder Andreas Kuen das noch gar nie als Sturm-Kicker erleben durften.

Wie groß ist die Hoffnung, im Frühjahr wieder vor zumindest halbwegs vollen Rängen spielen zu dürfen?

Für den Grunddurchgang habe ich da keine großen Hoffnungen. Schön wäre es, wenn wir im Finaldurchgang die Tore für die Fans wieder öffnen könnten.

Erfreulich ist hingegen sicherlich die Reaktion der Fans, Sturm hält ja trotz aller Widrigkeiten bei einem Mitglieder-Höchststand und erzielt mit den Fanshops gute Ergebnisse?

In Anbedracht der Umstände ist das großartig. Der Onlineshop boomt, auch in den Shops ist der Umsatz gut. Die ganze Community ist happy. Ich kann unseren Mitgliedern, allen Schwoazen, nur ein herzliches Dankeschön für ihre Treue sagen.

Gibt es für 2021 positive Signale, die Adaptierung der Merkur Arena betreffend?

Dafür ist jetzt der falsche Zeitpunkt. Die Stadionthematik ist dann wieder spruchreif, wenn wir die Pandemie im Griff haben. Dann werden wir die Politiker an ihre Zusagen, etwa den Ausbau des VIP-Klubs betreffend, erinnern.

Die Wünsche und Ziele des GF Wirtschaft für 2021, für den Klub, sportlich, privat und global?

Am Wichtigsten ist, dass alle rund um Sturm gesund sind, dass wir die Pandemie in den Griff bekommen und in ein normales Leben zurückkehren können. Dann können wir uns wieder gemeinsam der Emotion des Fußballs im Stadion erfreuen.