Sonstiges - 27.01.2021, 22:11

Sturm trauert um Mehrdad Minavand

Traurige Nachrichten erreichten den SK Puntigamer Sturm Graz am Mittwoch Abend aus dem Iran.

Die Sturmfamilie trauert um den einstigen Champions-League-Held Mehrdad Minavand. Am 27. Jänner verstarb er 45jährig an Covid.

Minavand wurde am 30.November 1975 im Iran geboren und entwickelte sich schon in jungen Jahren zum Star bei seinem Stammklub Persepolis Teheran und zur Stütze des iranischen Nationalteam.

1996 holte er mit den Persern die Bronze-Medaille im Asian-Cup, 1998 spielte er im iranischen Team bei der WM in Frankreich. Dort stach er Sturms Führungstrio Osim-Schilcher-Kartnig ins Auge, nach harten Verhandlungen landete Mehrdad im Juli 1998 beim frischgebackenen Meister Sturm. „Irans Ex-Teamchef Tomislav Ivic hat ständig Lobeshymnen auf Ivica Osim gesungen, er sei der beste Trainer der Welt. Daher war Sturm für mich an vorderer Stelle“, erzählte Minavand nach seinem Einstand in Graz.

Minavand im Old Trafford gegen Ole Gunnar Solskjaer (c) GEPA pictures

Ruhm in der Championsleague

Mit Sturm war er auf Anhieb in der Champions-League dabei, sein erster Einsatz war beim unglücklichen 0:1 gegen Inter Mailand im Meazza-Stadion. Minavand kam erst gegen Ende für Reinmayr aus Feld, verfehlte dann nach einer Bergomi-Flanke das Leder – Djorkaeff traf in Minute 94 zum 1:0 für die Tifosi. Die damalige Truppe: Sidorczuk; Foda; Neukirchner, Milanic (79. Angibeaud); Schopp (58. Popovic), Mählich, Reinmayr (89. Minavand), Schupp, Posch; Vastic, Haas.

Bis 2001 spielte Minavand im linken Mittelfeld in 67 Bundesliga-Spielen (1 Tor), in neun ÖFB-Cup-Spielen (1 Tor), in 14 Champions-League-Spielen, in zwei UEFA-Cup-Spielen (gegen Parma) sowie in fünf CL-Qualifikationsspielen, also 99mal für Schwarzweiß. Er wurde mit Sturm Meister 1999, Pokalsieger 1999, Super-Cupsieger 1999 und erlebte drei Champions-League-Teilnahmen. Er war in der goldenen Ära dabei, als Sturm am 7. November 2000 im Ali Sami Yen von Istanbul mit dem 2:2 gegen Galatasaray den sensationellen Aufstieg in die Zwischenrunde schaffte, damals mit Sidorczuk; Neukirchner, Prilasnig, Mamedov; Schopp, Schupp (60. Korsos), Reinmayr (46. Yuran), Fleurquin, Minavand (87. Strafner); Kocijan, Vastic. Und er spielte im Old Trafford gegen ManU.

Der 67fache iranische Nationalspieler wechselte 2001 kurz nach Belgien zu Charleroi, spielte dann in Dubai, wieder bei Persepolis und in Isfahan, ehe er 2008 seine Karriere beendete.

Der bunte Vogel war später als Popsänger erfolgreich, kämpfte aber schon 2014 erfolgreich gegen eine schwere Krankheit. Nun hat ihn das Corona-Virus allzu früh mit 45 dahingerafft. Die Sturmfamilie gedenkt in Trauer an einen Spieler der großen Osim-Ära.