Sonstiges - 13.09.2021, 00:40

Walter Hörmann ist 60

Für die Fußball-Legende zahlten sogar die Sturmfans

Seit bald zehn Jahren ist Walter Hörmann Sportdirektor des Steirischen Fußballverbandes und seit geraumer Zeit gemeinsam mit Didi Pegam Geschäftsführer der Akademie Steiermark – Sturm Graz. Am 13. September feiert die Sturm- und Austria-Legende den Sechziger.

Walter Hörmann mit seiner bezaubernden Gattin Barbara.

Debüt für Sturm 1980

Im Sommer 1980 holte Präsident Franz Gady den kleinen, blonden Wirbelwind Walter Hörmann von Feldbach nach Graz. Trainer Otto Baric und seine Assistenten Fritz Jalitsch und Robert Pflug nahmen den 19-Jährigen sofort in den engeren Kader. Mit den gleichaltrigen Peter Huberts und Richie Niederbacher war er im Erfolgsherbst 1980 stets eine Option. Sein Debüt feierte er in Runde vier vor 15.000 im Bundesstadion Liebenau gegen Meister Austria. 1:1 endete die Partie durch ein Tor von Hubert Kulmer. Die Truppe: Saria; Wirth, Schilcher, Steiner, Schauss; Stendal (Wagenhofer), Breber, Kulmer, Peter Huberts; Toni Haas, Jurtin (Hörmann). Erster Höhepunkt war dann am 29.November 1980. Mit dem 3:1 über Rapid durch Tore von Kulmer, Bakota und Jurtin war Sturm erstmals in der steirischen Fußballgeschichte Herbstmeister der obersten Spielklasse. Hörmann kam in Hälfte zwei für Zvonko Breber. Zwar zerplatzte dann der Traum mit Meistertitel mit einem 1:4 in der Schlussrunde gegen Rapid, aber für das Debütjahr war es allererste Sahne.

Hörmann und der Nottingham-Elfer

Ab 1982 regierten Gernot Fraydl und Robert Pflug bei Sturm. Und Hörmann hatte in der neuen Sechzehnerliga auf Anhieb seinen Stammplatz im Mittelfeld neben Zvonko Breber und Heinz Thonhofer. Sturm feierte Ende Oktober 1982 die Heimkehr in die revitalisierte Gruabn, schaffte 1983 die UEFA-Cup-Quali und machte 1983/84 im UEFA-Pokal Furore. Die Mannschaft Saria; Schauss, Pichler, Steiner, Feirer; Thonhofer, Breber, Hörmann (Peter Huberts, Marko); Bakota, Szokolai, Jurtin zog über Sportul Studentesc Bukarest, Hellas Verona und Lok Leipzig ins Viertelfinale, wo man ganz knapp 0:1 und 1:1 nach Verlängerung an Nottingham Forest scheiterte. Der harte Elfmeter von Schiri Yuschka – mit Walter Hörmann als unschuldiger Statist – ist noch heute allen Beteiligten in Erinnerung.

Walter mit den Sturm-Legenden Andi Pichler und Kurt Temm (r.).

Teamehren und fünf Millionen für den Steirer

Für Hörmann bedeuteten diese Erfolge die Berufung ins ÖFB-Nationalteam, wo er es bis 1992 auf 15 Berufungen brachte: Debüt am 2. Mai 1984 gegen Zypern („wobei mir Mannschaftskapitän Herbert Prohaska wegen meiner guten Leistung den Erinnerungspokal schenkte.“). Das Team vom 14. November 1984, 1:0 über Holland: Koncilia; Hörmann, Pezzey, Messlender, Brauneder; Heri Weber, Prohaska, Jara; Schachner, Polster (Oberacher), Schachner. Letzter Einsatz im August 1992 gegen die CSFR unter Teamchef Ernst Happel. Sturm-Boss Alois Paul verkaufte Hörmann schließlich im Sommer 1985 um rund 5 Millionen Schilling an den Schweizer Spitzenklub St.Gallen. Damals eine Rekordablöse. Nach zwei Jahren in der Schweiz folgten fünf Jahre bei Austria Wien, wo er unter Trainer Herbert Prohaska 1991 und 1992 zwei Meistertitel und zwei Pokalsiege feiern konnte und auch zur Austria-Legende erhoben wurde. Der plötzliche Tod von „Mister Austria“ Joschi Walter bedeutete das Ende dieser Erfolgsserie.

2007: Sturm-Sportchef Walter Hörmann und Trainer Franco Foda.

Pokalsieg 1996 unter Osim

Im Sommer 1992 initiierte Präsident Charly Temmel eine Spendenaktion. Mit dem „Hörmann-Schilling“ wurde die „Heimkehr“ zu Sturm zu einem beträchtlichen Teil mitfinanziert. Nach der Amtsübernahme von Hannes Kartnig und Heinz Schilcher im Dezember 1992 erlebte Walter den dramatischen Ligaverbleib 1993, das Jahr unter Milan Djuricic 1993/94 und schließlich die ersten drei Osim-Jahre mit zwei Vizemeistertitel und dem allerersten Pokalsieg mit 3:1 gegen Admira im Praterstadion. 1996 konnten sich Schilcher und Hörmann nicht über einen neuen Vertrag einigen, Walter wechselte zu Austria Salzburg, wo er unter Heri Weber neuerlich Meister wurde. Beim FC Kärnten und DSV Alpine ließ er mit 39 seine aktive Karriere ausklingen.

269 Pflichtspiele und 15 Tore für den SK Sturm stehen auf der Habenseite. Mit 438 Spielen im heimischen Oberhaus ist Hörmann ganz vorne dabei. Als Trainer wirkte Walter Hörmann bei Austria Wien, Vaduz, Liechtenstein, Austria Salzburg, FC Will, St.Pölten und Hartberg, als sportlicher Leiter 2007 bei Sturm und 2008 bis 2010 bei Altach.
Die Sturmfamilie wünscht ihm zum Sechziger alles Gute, viel Gesundheit und Schaffenskraft.